Obama wird in Amerika für viele zum Feindbild. Vor allem wegen seiner Pläne für eine Gesundheitsreform sieht sich der US-Präsident dem hanebüchenen Vorwurf ausgesetzt, er wolle den Sozialismus einführen.
Der Streit um die Gesundheitsreform ist - ähnlich wie in Deutschland - ideologisch aufgeladen. Gegner und Befürworter stritten in den vergangenen Wochen auf offener Straße miteinander.
Manche jedoch vergreifen sich im Ton. Aber Verunglimpfungen von Obama als Hitler sind keine Randerscheinung mehr.
"Is this your president?" - Ist dies Euer Präsident?, fragt dieser Flyer.
Auch im eigenen Lager stößt Obama auf Kritik. Einige Demokraten verweigern ihm die Gefolgschaft.
Das Land ist gespalten. Kritiker fürchten, dass der Staat zukünftig zu viel Einfluss über Gesundheit und Leben seiner Bürger bekommt, Befürworter pochen darauf, dass das jetzige System ohne radikale Reform in den sicheren Bankrott steuert.
50 Millionen Amerikaner in einfachen Jobs sind derzeit ohne Versicherungsschutz. Zu teuer. Sie würde ihren Angestellten ja gerne Versicherungsschutz bieten, sagt Janet Richardson (Foto). Aber sie kann es sich nicht leisten.
Auf öffentlichen Anhörungen zu dem Thema ging es in den vergangenen Wochen immer wieder heiß her.
Beschimpfungen, wüste Vorwürfe und persönliche Schmähungen sind an der Tagesordnung.
"Eines Tages wird Gott sie dafür richten!" beschimpft ein Mann aus dem Publikum den US-Senator Arlen Specter, der im April ins demokratische Lager wechselte.
Nach seiner Wahl kündigte Obama an, die Nation versöhnen zu wollen. Nach seiner ersten Präsidentschaft ist er mit diesem Ziel gescheitert. Zwischen Republikanern und Tea Party auf der einen Seite und Liberalen und Demokraten auf der anderen sind tiefe Graben aufgeworfen. Die USA befinden sich mehr denn je im Kulturkampf.