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Neue Syrien-Beobachtermission im Gespräch: Wieder viele Tote bei Angriffen auf Homs

zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 - 21:15

Damaskus (RPO). Bei der anhaltenden Bombardierung der syrischen Protesthochburg Homs sind am Donnerstag nach Angaben von Menschenrechtgruppen erneut dutzende Menschen getötet worden. Am sechsten Tag des Angriffs der Armee starben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 57 Zivilisten.

Laut der in London ansässigen Beobachtungsstelle wurden in Homs allein im Stadtteil Baba Amr 36 Menschen getötet. Der Aktivist Omar Schaker sagte der Nachrichtenagentur AFP, "Raketen regnen heute ununterbrochen auf Baba Amr". In den von den Bombardierungen betroffenen Häusern befänden sich zahlreiche verkohlte Leichen. Ein weiterer Aktivist sagte, Homs sei inzwischen eine "Geisterstadt". Die Aufständischen seien mit ihren Handfeuerwaffen den "Raketen des Regimes" unterlegen.

Seit Beginn der Offensive auf die Protest-Hochburg am 4. Februar wurden laut der Beobachtungsstelle hunderte Zivilisten getötet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bestätigte den Tod von etwa 250 mehrheitlich unbewaffneten Zivilisten und warnte vor einer "schweren humanitären Krise" in der Stadt. Die syrische Führung unter Staatschef Baschar al-Assad räumte eine Militäraktion in Homs ein, die sich aber gegen "terroristische Banden" richtete. Diese seien für die Gewalt gegen Zivilisten verantwortlich.

Auch in anderen Landesteilen gingen die Truppen am Donnerstag massiv gegen Demonstranten vor. Zugleich wurden mindestens sieben Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten nahe der südlichen Stadt Daraa in einem Hinterhalt getötet. Trotz der brutalen Niederschlagung der Proteste riefen Aktivisten für Freitag zu neuen Massendemonstrationen auf, die sich diesmal gegen das russische Veto gegen eine UN-Resolution zur Verurteilung der Gewalt richten sollen.

Staatenbund erwägt gemeinsamen Einsatz mit der Uno

Nach dem Veto Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat am Samstag ergriffen mehrere Länder eigene Maßnahmen, um den Druck auf die syrische Regierung zu erhöhen. Deutschland wies am Donnerstag vier Mitarbeiter der syrischen Botschaft in Berlin aus, nachdem zuvor zwei mutmaßliche syrische Spione festgenommen worden waren.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte am Mittwoch in New York, der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, habe die UNO "um Hilfe" gebeten und eine gemeinsame Beobachtermission für Syrien vorgeschlagen. Auch solle ein gemeinsamer Sondergesandter eingesetzt werden. Über die Bitte werde in den kommenden Tagen im UN-Sicherheitsrat beraten. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte den Vorschlag. Die Arabische Liga hatte ihre Beobachtermission Ende Januar angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien ausgesetzt.

 

Quelle: AFP

 
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