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Wikileaks-Gründer
Ecuador hat Julian Assange eingebürgert

Wikileaks-Gründer: Ecuador hat Julian Assange eingebürgert
Ecuadors Außenministerin María Fernanda Espinosa. FOTO: afp, RB
Quito . Ecuador dringt verstärkt auf eine Lösung für Wikileaks-Gründer Julian Assange, der sich seit 2012 in der Londoner Botschaft de Landes aufhält. Neuester Versuch: Assange wurde in Ecuador eingebürgert.

Dem Australier sei bereits am 12. Dezember die ecuadorianische Staatsbürgerschaft zuerkannt worden, teilte Außenministerin María Fernanda Espinosa am Donnerstag in Quito mit. Daraufhin habe Ecuador die britische Regierung gebeten, Assange einen Diplomatenstatus und damit Immunität zu gewähren. London habe den Antrag aber abgelehnt.

Mit einem Diplomatenstatus hätte Assange beim Verlassen der Botschaft einer Festnahme entgehen können. Assange befürchtet, an Schweden und von dort aus in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und möglicherweise die Todesstrafe droht.

Julian Assange in London. FOTO: afp

Die Stockholmer Staatsanwaltschaft hatte allerdings im Mai 2017 ihre seit rund sieben Jahren laufenden Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Assange eingestellt. Damit wurde auch der europäische Haftbefehl gegen Assange hinfällig, der ihn zur Flucht in die ecuadorianische Botschaft veranlasst hatte.

Assange droht weiter die Verhaftung

Die britische Polizei erklärte jedoch, Assange beim Verlassen der Botschaft auch weiterhin festnehmen zu wollen, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen habe.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte in den vergangenen Jahren hunderttausende geheime Dokumente veröffentlicht, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte während der Kriege im Irak und in Afghanistan. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung und der Nato auf sich.

(AFP)
 
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