Pius-Bruderschaft: Williamson als Seminarleiter abgesetzt
zuletzt aktualisiert: 09.02.2009 - 08:59Buenos Aires (RPO). Die erzkonservative katholische Piusbruderschaft hat den umstrittenen Bischof Richard Williamson als Leiter des Priesterseminars im argentinischen La Reja abberufen.
"Die Äußerungen von Monsignore Williamson geben in keiner Weise die Position unserer Gemeinschaft wieder", erklärte der Leiter der Bruderschaft in Südamerika, Christian Bouchacourt, einem Bericht der argentinischen Nachrichtenagentur DYN zufolge. Trotz des Aufrufs des Vatikans zum Widerruf seiner Holocaust-Leugnung hielt Williamson am Wochenende an seinen Äußerungen fest.
Ein katholischer Bischof könne mit "kirchlicher Autorität" nur über Themen sprechen, die den Glauben und die Moral betreffen, fügte Bouchacourt demnach hinzu. "Unsere Bruderschaft beansprucht für sich keinerlei Autorität in anderen Fragen."
Williamson: Historische Beweise für den Holocaust prüfen
Er wolle zunächst die historischen Beweise für den Holocaust prüfen, sagte Williamson dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Aufgrund seiner "Recherchen in den achtziger Jahren" sei er von der Richtigkeit seiner Äußerungen über den Holocaust überzeugt gewesen, sagte Williamson. Bei der Bewertung des Holocaust gehe es "um historische Beweise, nicht um Emotionen".
"Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich "korrigieren", fügte Williamson hinzu. Wenn die Beweise ihn aber "nicht überzeugten, "dann tue ich alles, was in meiner Kraft liegt, um unter keinen Umständen die Kirche und die Priesterbruderschaft weiter zu beschädigen".
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