kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

G-8-Gipfel: Wir protestieren in Heiligendamm

VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 02.06.2007 - 13:25

Rostock (RPO). Eine bunte Truppe aus Umweltschützern, Friedensaktivisten und Entwicklungshelfern macht sich auf an die Ostsee. Sie alle eint die Angst, dass die Globalisierung in die falsche Richtung läuft. Beim G8-Gipfel wollen sie für eine gerechtere Welt demonstrieren.

Ilse Girndt rollt ihr Fähnchen zusammen. „Gegenwind“ steht auf dem Wimpel. „Der muss mit.“ Sie legt sorgfältig ihre warmen Pullis in den Koffer und packt vorsichtshalber eine Regenjacke ein, während ein paar Straßen weiter Marcus Regenberg so viele Sweatshirts, Hosen und Socken wie möglich in seinen Rucksack stopft. Die beiden Krefelder stehen kurz vor der Abreise. Ihr Ziel: Rostock. Der G-8-Gipfel in Heiligendamm.

Die pensionierte Lehrerin und der Elektrotechniker kennen sich nicht. Sie arbeitet im Eine-Welt-Laden, er sammelt Unterschriften für Greenpeace. Sie fährt mit dem Auto, er mit dem Zug. Sie hat ein Zimmer gemietet, er hat sein Zelt mit. Was die beiden eint, ist ihre Empörung gegen den Gipfel.

So wie sie fühlen tausende Deutsche, die derzeit ihre Koffer packen, um nach Heiligendamm zu reisen. Es sind Rentner und Schüler, Professoren und Handwerker, Pfarrer und Sozialisten, die in dem kleinen Ort an der Ostseeküste eintreffen. Sie engagieren sich bei Umweltgruppen, setzen sich für Menschenrechte ein oder sind in ihrer Kirchengemeinde aktiv.

Aus der kleinen Gruppe der G-8-Gegner ist eine Massenbewegung geworden, in der sich alle Bildungsschichten, Berufsgruppen und Altersklassen wiederfinden. „In der Mitte der 70er Jahre gab es bei den G-7-Gipfeln noch keine solchen Demonstrationen“, erklärt Dieter Reinhardt, Diplom-Politologe an der Uni Duisburg-Essen.

„Das hat sich erst in den vergangenen zehn Jahren entwickelt.“ Der Grund sei ein generelles Unbehagen gegenüber der Globalisierung, ein Gefühl der Angst, dass die Entwicklung in die falsche Richtung läuft. „Das gilt vor allem für die Klimadiskussion.“

Marcus Regenberg hofft, dass er es ins Fernsehen schafft. „Ein paar andere Greenpeace-Aktivisten und ich wollen einen Banner aus unseren Körpern machen“, erzählt der 41-Jährige, der gemeinsam mit Mitstreiterin Kivilcim Bakan nach Rostock aufbricht. „Je mehr Leute uns sehen, desto besser.“ Er will die Menschen an das Artensterben erinnern und an den Treibhauseffekt. „Klimaschutz ist eine globale Angelegenheit“, sagt Regenberg.

Ilse Girndt hat sich kleine Kreuze in ihr Programmheft gemalt. „Zum Thema ,Fairer Handel’ gibt es bei dem Alternativ-Gipfel einige Workshops.“ Die Nichtregierungsorganisationen haben diesen Alternativ-Gipfel organisiert. Die 69-Jährige will sich dort zur Dritte-Welt-Problematik informieren. Sie fährt mit der Erlassjahr-Initiative nach Rostock, einer Kampagne von Eine-Welt-Gruppen und Kirchen, die einen Schuldenerlass für die armen Länder fordern.

„Die Politiker vertreten nur die wirtschaftlichen Interessen ihrer Länder“, sagt Girndt. „So werden die Reichen immer reicher - und die Armen immer ärmer.“ Pfarrer Andreas Mauritz hat viel vor in Rostock. Rund 1000 Jugendlliche vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) erwartet der BDKJ-Bundespräses zum G-8-Gipfel. „Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt die gleichen Bildungschancen erhalten“, sagt er.

Auch wenn jede Gruppierung für spezielle Forderungen steht - die G-8-Kritiker vertreten laut Reinhardt auch gemeinsame Ziele: „Erhöhung der Entwicklungshilfe, Besteuerung von Spekulationen mit Devisen, globaler Klimaschutz.“ Dafür marschieren die G8-Gegner alle zusammen - unter ihnen Ilse Girndt, Marcus Regenberg und Kivilcim Bakan.

Quelle: RP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Nordkorea nennt sich selbst Atommacht

Neue Verfassung

Nordkorea nennt sich selbst Atommacht

Nordkorea bezeichnet sich in seiner neuen Verfassung selbst als Atommacht. mehr 

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Umweltminister präsentiert Arbeitsprogramm

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will bei der Umsetzung der Energiewende keinen ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umweltminister präsentiert Arbeitsprogramm

Altmaier sucht Konsens bei der Energiewende

Förderungen im Zuge der Energiewende

Union will Millionenprogramm für Stromspeicher

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

North Korea

Neue Verfassung

Nordkorea nennt sich selbst Atommacht

Nordkorea bezeichnet sich in seiner neuen Verfassung selbst als Atommacht. Der 2011 gestorbene Machthaber Kim Jong Il habe das Land zu "einem Staat im Besitz der Atomwaffe und einer unbezwingbaren militärischen Macht gemacht". mehr

 
 
 

Kampf gegen Steuerhinterziehung

Schweiz verabschiedet Steuerabkommen mit Berlin

 

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

 
Top-Services