| 12.17 Uhr

Scharfe Worte in Richtung Türkei
Putin: "Diese Menschen werden ihre Taten bereuen"

Wladimir Putin in Richtung Türkei: Putin: "Diese Menschen werden ihre Taten bereuen"
Wladimir Putin während seiner Rede im Kreml. FOTO: afp, pav
Moskau. Inmitten des Syrien-Konflikts und des Streits mit der Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets hält Russlands Präsident Wladimir Putin seine Rede an die Nation. Mit scharfen Worten greift er darin die Türkei an. Von Dana Schülbe

Putin begann seine Rede am Donnerstagmorgen direkt mit dem Thema Terror und der Lage in Syrien. Er erinnerte zunächst an die vielen Anschläge, die sich in den vergangenen Jahren in Russland ereignet hatten. Dann betonte er: "Eine besondere Gefahr geht heute von den Kämpfern aus, die sich in Syrien angesammelt haben." Russland aber habe im Kampf gegen den Terrorismus eine führende Rolle gespielt.

Scharf griff er die internationale Gemeinschaft an. Die Einmischung von außen habe in Ländern wie Syrien und dem Irak Chaos geschaffen. Man wisse, wer die Regime habe absetzen wollen, und dann habe man die Hände in Unschuld gewaschen.

In diesem Zusammenhang kam Putin in seiner Rede vor etwa 1000 russischen Amts- und Würdenträgern im Kreml auch auf die Türkei sprechen. Nachdem die Türkei einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen hatte, war der Streit zwischen beiden Ländern hochgekocht. Zuletzt hatte Putin dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch vorgeworfen, in Ölgeschäfte mit dem IS verwickelt zu sein – was dieser zurückwies. Inzwischen hat sich auch Ministerpräsident Ahmet Davutoglu zu den Vorwürfen geäußert. Dies erinnere an die "Lügen der sowjetischen Propagandamaschinerie in der Ära des Kalten Kriegs", sagte er am Donnerstag.

Fotos: Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen FOTO: dpa, sdt jak

In seiner Rede wiederum wiederholte Putin die Vorwürfe und sagte: "Wir wissen, wer in der Türkei alles in die eigene Tasche wirtschaftet." Das türkische Volk sei fleißig, aber das "Regime" in Ankara sei "verräterisch".

Und dann kam er auf den Abschuss selbst zu sprechen, nannte diesen ein "Kriegsverbrechen", wofür er viel Applaus bekam. "Diese Menschen werden ihre Taten bereuen", fügte Putin hinzu. "Wir wissen, was getan werden muss." Russland werde kein Säbelrasseln zulassen. "Vielleicht weiß nur Allah, warum sie das gemacht haben. Allah beschloss, die regierende Clique in der Türkei zu bestrafen, und hat sie um den Verstand gebracht", sagte er.

Im weiteren Verlauf und den größten Teil der Rede widmete sich Putin vor allem der russischen Wirtschaft. Es gebe viele Schwierigkeiten zu bewältigen, so mancher wirtschaftliche Zweig sei in einem Risiko-Bereich gelandet. Die russische Wirtschaft hatte infolge der Sanktionen gegen das Land aufgrund des Ukraine-Konfliktes stark gelitten. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass die EU die Strafmaßnahmen um sechs Monate verlängern will.

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