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Weitere 63 Ziele bombardiert
Putin rechtfertigt russisches Eingreifen in Syrien

Beirut. Eine Stabilisierung der Regierung Assads soll den Weg für einen politischen Kompromiss ebnen, sagt der Kreml-Chef. Seine Luftwaffe bombardierte am Sonntag 63 Ziele in vier syrischen Provinzen.

Syrische Regierungstruppen haben am Sonntag mit russischer Luftunterstützung Geländegewinne gegen die Rebellen erzielt. Nach Militärangaben aus Moskau griffen russische Kampfjets 63 Ziele in den vier Provinzen Hama, Idlib, Latakia und Rakka an. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in einem Interview des Staatsfernsehens, Moskaus Ziel sei die Stabilisierung der syrischen Regierung und die Schaffung der Voraussetzungen für eine politische Kompromisslösung.

Putins Logik: "Wenn eine Division internationaler Terroristen vor der Hauptstadt steht, dann ist die syrische Regierung möglicherweise wenig geneigt, zu verhandeln; sie fühlt sich höchstwahrscheinlich in der eigenen Hauptstadt belagert." Doch die Kämpfe am Sonntag fanden an mehreren Fronten statt - vor allem im Norden der Provinz Hama und der nahe gelegenen Provinz Idlib. Im Norden Hamas sei das Dorf Tak Sukajk erobert worden, das zweite seit Beginn der Offensive mit russischer Luftunterstützung, sagte ein syrischer Militärsprecher.

Auch in der Provinz Latakia an der Mittelmeerküste sei gekämpft worden, berichtete die Londoner Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf ihr örtliches Aktivisten-Netzwerk.

Die New Yorker Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch teilte am Sonntag mit, sie habe Hinweise auf den Einsatz russischer Streubomben bei einem Angriff auf Aleppo am 4. Oktober. Sie könne aber nicht sagen, ob diese Munition von russischen Jets oder syrischen Truppen eingesetzt worden sei.

(ap)
 
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