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Abschuss von Kampfflugzeug
Erdogan bietet Rücktritt an, falls Vorwürfe bewiesen werden

Wladimir Putin: Türkei wollte IS helfen - Recep Tayyip Erdogan empört
Recep Tayyip Erdogan auf der Klimakonferenz. FOTO: ap, FM
Paris. Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Türkei bewusste Schützenhilfe für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen. Die Regierung in Ankara habe das russische Flugzeug abgeschossen, um eigene Öl-Lieferrouten zu schützen. Der türkische Präsident Erdogan weist den Vorwurf empört zurück.

Dies sagte Putin am Rande der Klimakonferenz. Mit dem Abschuss eines russischen Bombers habe Ankara den Ölhandel des IS sichern wollen, sagte Putin nach einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP am Rande der internationalen Klimakonferenz im Pariser Vorort Le Bourget.

Fotos: Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen FOTO: dpa, sdt jak

"Wir haben jeden Grund zu glauben, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeug von dem Willen bestimmt war, die Öl-Lieferrouten zum türkischen Territorium zu sichern", sagte Putin demnach.

Erdogan: Falls Vorwürfe bewiesen werden, Rücktritt möglich

Der türkische Präsident reagierte offensiv: "Ich werde hier etwas sehr Starkes sagen: Wenn so eine Sache bewiesen wird, würde es die Vornehmheit unserer Nation erfordern, dass ich nicht im Amt bleibe", wurde Recep Tayyip Erdogan von der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zitiert. "Wir sind nicht unehrlich und treiben diese Art von Handel mit Terroristen." Und er rief Putin auf, "nicht emotional zu handeln" sondern "geduldig zu bleiben".

Um die Situation nach dem Abschuss und die Lage in Syrien ging es nach Angaben eines deutschen Regierungssprechers auch bei einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Rande des Gipfels.

Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten FOTO: AP

Türkische F-16-Kampfflugzeuge hatten am Dienstag einen russischen Bomber vom Typ Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen, weil das Flugzeug nach Angaben der türkischen Armee trotz wiederholter Warnungen in den türkischen Luftraum eingedrungen war.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, die Su-24 sei über syrischem Gebiet geflogen. Der Abschuss führte zu erheblichen Spannungen zwischen Russland und Türkei. Am Wochenende beschloss der Kreml eine Reihe von Sanktionen gegen die Türkei.

Nato will Türkei stärker unterstützen

Am Dienstag wollen die Außenminister der Nato-Staaten in Brüssel unter anderem über die schwierigen Beziehungen zu Russland beraten. Die Nato will ihr Bündnismitglied Türkei wegen der instabilen Lage im Nachbarland Syrien stärker unterstützen. Neben mit Radar ausgestatteten Awacs-Flugzeugen werde konkret auch über eine Bereitstellung von Abfangjägern und eine erneute Verstärkung der Flugabwehrraketensysteme beraten, um feindliche Flugzeuge oder Raketen frühzeitig ausschalten zu können, hieß es demnach in hohen Nato-Kreisen.

Die USA bekräftigten vorliegende Erkenntnisse, wonach die russische Maschine vor ihrem Abschuss türkischen Luftraum verletzt hatte. "Wir wissen auch, dass die Türken den russischen Piloten mehrfach vor dieser Verletzung gewarnt, aber keine Antwort bekommen haben", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums Elizabeth Trudeau.

"Wir unterstützen das Recht der Türkei, ihren Luftraum zu schützen", sagte Trudeau und fügte hinzu: "Wie der Präsident der USA bereits gesagt hat: Es ist sehr wichtig, dass die Russen und die Türken nun miteinander reden und alles unternehmen, um die Situation zu deeskalieren."

Putin und Obama berieten am Rande der UN-Klimakonferenz über den Syrien-Konflikt. Beide Präsidenten sprachen sich für den "schnellstmöglichen Beginn einer politischen Regelung" in Syrien aus, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Obama habe auch sein Bedauern über den Abschuss des Bombers geäußert. Auch mit Erdogan sprach Obama. Der US-Präsident forderte die Türkei und Russland auf, gemeinsam gegen den IS zu kämpfen.

(lsa/dpa/AFP)
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