| 06.10 Uhr

Russland
Putins aggressive Westpolitik

Wladimir Putin und seine aggressive Westpolitik
FOTO: afp, RAB
Düsseldorf. Wladimir Putin will auf das angebliche Vormachtstreben der USA mit einer Ausweitung des eigenen Einflussbereichs reagieren. Vor allem die Balkan-Länder sollen in eine politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von Moskau geraten. Von Matthias Beermann

Vor einem Monat hat Russlands Präsident Wladimir Putin in Sotschi eine Rede zur internationalen Politik gehalten, deren Wortlaut seither in westlichen Staatskanzleien bis ins kleinste Detail seziert wird. Dabei lassen Putins Worte eigentlich kaum Spielraum für Interpretationen. Der russische Präsident warf den USA vor, sie strebten nach der globalen Alleinherrschaft. Und er kündigte an, dass sein Land sich dem entgegenstellen werde. Mit allen Mitteln.

Dazu gehört das Militär. Russland hat die Krim annektiert und unterstützt die pro-russischen Rebellen in der Ost-Ukraine mit Geld, Material und wenn nötig auch mit Soldaten. Russische Kampfbomber fliegen unangekündigte Manöver an den Grenzen von Nato-Staaten, russische Kriegsschiffe kreuzen vor Australien. Daneben setzt der Kreml aber auch auf "Soft Power", um Russlands Einfluss in jenen Regionen auszuweiten, die Putin als russische Interessenzone reklamiert.

Mit einer Politik aus Zuckerbrot und Peitsche sollen insbesondere die Balkan-Staaten, die in den vergangenen Jahren auf Westkurs gegangen waren, an Moskau gekettet werden. So stimmte Russland vor wenigen Tagen im UN-Sicherheitsrat erstmals nicht für eine Verlängerung des Mandats für eine EU-Friedenstruppe in Bosnien-Herzegowina - offenbar, weil in der Beschlussvorlage auch von einem EU-Beitritt des Landes die Rede war.

In Serbien, das offiziell ebenfalls auf EU-Kurs ist, schloss Putin bei einem umjubelten Staatsbesuch Mitte Oktober ein halbes Dutzend Abkommen über militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Im benachbarten Montenegro ist schon heute ein Drittel der Unternehmen in russischem Besitz. Das EU-Mitglied Bulgarien, das fast völlig von russischen Energielieferungen abhängig ist, soll dagegen als Trojanisches Pferd innerhalb der EU dienen: Schon heute gilt die Regierung in Sofia als eifriger Anwalt russischer Interessen.

Quelle: RP
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