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Umstrittene Halbinsel
Putin wirft Ukraine "Terror" auf der Krim vor

Wladimir Putin wirft Ukraine "Terror" auf der Krim vor
Der russische Präsident Wladimir Putin. FOTO: ap
Moskau. Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Nachbarland Ukraine wegen angeblich versuchter Anschläge auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Regierung in Kiew weist die Vorwürfe zurück.

Russland hat nach Angaben seines Inlandsgeheimdienstes FSB zwei Soldaten verloren im Kampf gegen ukrainische Saboteure. Die Ukraine wies am Mittwoch alle Vorwürfe entschieden zurück.

"Allem Anschein nach sind die Leute, anstatt nach Wegen einer friedlichen Lösung zu suchen, zur Praxis des Terrors übergegangen", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Moskau. "Wir können so etwas nicht einfach durchgehen lassen." Der 63-Jährige verwies zugleich auf einen kürzlich missglückten Anschlag auf den Separatistenchef von Luhansk, Igor Plotnizki.

Putin will bei G20-Gipfel über Ukraine reden

Seit über zwei Jahren bekämpfen sich in der Ostukraine Separatisten, die von Moskau mit Waffen und Soldaten unterstützt werden, und ukrainische Regierungstruppen. Bei den Kämpfen sind bereits etwa 10.000 Menschen getötet worden.

Putin erklärte es nach den Vorkommnissen für sinnlos, beim kommenden G20-Gipfel im "Normandie-Format" Russland, Deutschland, Frankreich und Ukraine über den Konflikt zu sprechen. Kiew hatte um ein solches Treffen am Rande des Gipfels 20 führender Industrienationen Anfang September in China gebeten.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bezeichnete die Anschuldigungen des Kremls als haltlos. "Gerade Russland unterstützt und finanziert bereits seit langem großzügig den Terrorismus auf dem Gebiet der Ukraine", sagte er einer Mitteilung zufolge.

Vorher hatte der russische FSB mitgeteilt, bei drei bewaffneten Zusammenstößen mit eingedrungenen Saboteuren auf der Krim seien ein FSB-Mitarbeiter und ein Soldat getötet worden. Mehrere ukrainische und russische Staatsbürger seien festgenommen worden. Bei ihnen seien Sprengstoff gefunden worden. Ein Verdächtiger arbeite für den ukrainischen Militärgeheimdienst.

"Haltlose Vorwürfe"

Das Verteidigungsministerium in Kiew wies jede Beteiligung an den angeblichen Vorfällen zurück. Moskauer Vorwürfe seien haltlos, dass die Krim vom ukrainischen Festland aus beschossen worden sei.
Unabhängige Berichte zu den angeblichen Vorfällen gab es nicht.

Seit Sonntag berichten ukrainische Offizielle von russischen Truppenbewegungen und Hubschrauberflügen im Norden der Krim. Die zeitweise gesperrten Kontrollpunkte zur Halbinsel funktionierten seit Mittwochmorgen aber wieder normal. Russland hatte die Krim im Frühjahr 2014 annektiert. Die meisten Länder kritisieren dies als Verstoß gegen das Völkerrecht.

(csi/dpa)
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