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Moskau
Putin baut Privatarmee mit 400.000 Mann auf

Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Perspektive gewechselt. In aller Stille hat er eine Superbehörde vorbereiten lassen.

Nach zwei Jahren Geopolitik an der ukrainischen und syrischen Front kehrte der Kremlchef diese Woche mit einem Paukenschlag in die russische Innenpolitik zurück. Per Federstrich hob er mit der Schaffung einer Nationalgarde eine neue "Megastruktur" aus der Taufe. 400.000 Mann könnten demnächst bei der Nationalgarde in Diensten stehen. Sie ist gedacht als Schutztruppe gegen alle denkbaren inneren Gefahren und Bedrohungen Russlands. Vor allem aber soll sie zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens und des Terrorismus eingesetzt werden, verlautete aus dem Kreml.

Die Nationalgarde wird jedoch nicht neu rekrutiert. Sie soll sich aus verschiedenen Einheiten des Innenministeriums und Kräften der Polizei zusammensetzen. Dazu gehören die schnelle Eingreiftruppe SOBR, die Spezialeinheit OMON sowie die Truppen des Innenministeriums.

Die neue Superbehörde wurde in aller Stille vorbereitet. Nicht einmal die Regierung war über das Vorhaben im Bilde. Als könnte es nicht schnell genug gehen. Kritiker sind überzeugt, dass die Nationalgarde vor allem ein Instrument ist, mit dem sich der Kremlchef wappnen möchte. Auch die Ernennung Victor Solotows zum Chef der Nationalgarde unterstreicht die Verunsicherung. Die Garde untersteht Putin, sie ist dessen "leibgwardija" - wie es auch im Russischen heißt. Solotow war bis 2013 Putins Chefbewacher. Beide kennen sich schon aus den gemeinsamen Jahren in St. Petersburg. "Generalissimus" nennt ihn der engere Kreis des Präsidenten. Solotow soll wie kein anderer Putins Vertrauen genießen.

(don-)
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