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Irak: Zahlreiche Tote bei zwei Selbstmordanschlägen

zuletzt aktualisiert: 23.04.2009 - 21:22

Bagdad (RPO). Gleich zwei Selbstmordanschläge erschütterten den Irak am Donnerstag. Dabei sind mindestens 78 Menschen in den Tod gerissen worden. In Bagdad zündete ein Attentäter seinen Sprengsatz, als Polizisten Pakete mit humanitärer Hilfe an Einwohner verteilten, wie die irakischen Streitkräfte mitteilten.

Bei den Anschlägen wurden zahlreiche Menschen getötet. Foto: AFP, AFP

Dabei kamen den Angaben zufolge 31 Menschen ums Leben, darunter Frauen und Kinder. Nördlich der Hauptstadt wurden laut US-Truppen bei einem Selbstmordanschlag 47 Menschen getötet. Kurz zuvor hatte eine Selbstmordattentäterin in der irakischen Hauptstadt eine Polizistengruppe ins Visier genommen und mindestens 28 Menschen getötet.

Das Restaurant in Mukdadija bei Baakuba war den Angaben zufolge voll besetzt mit iranischen Pilgern, die auf dem Weg in die für Schiiten heilige Stadt Kerbela Rast machten. Bei dem Anschlag seien weitere 55 Menschen verletzt worden. Baakuba liegt in der Provinz Dijala, die als eine der gefährlichsten des Landes und Hochburg von Kämpfern des Terrornetzwerks Al Qaida gilt.

Im Südosten Bagdads sprengte sich nach Polizeiangaben eine Frau in die Luft, die den Sprengstoff unter ihrem schwarzen Gewand versteckt haben soll. Ihr Ziel waren laut Innenministerium Polizisten, die Hilfsgüter an Flüchtlingsfamilien verteilten. Unter den Toten seien zehn Polizisten und fünf Kinder. Den Angaben zufolge wurden 52 Menschen verletzt.

Nach einem stetigen Rückgang der Gewalt ist der Irak zuletzt wieder von einer Reihe blutiger Anschläge erschüttert worden. In der vergangenen Woche kamen bei der Explosion einer Autobombe in der nordirakischen Stadt Kirkuk zehn Polizisten ums Leben. Anfang April starben bei Autobomben-Anschlägen in Bagdad mindestens 32 Menschen, 129 Menschen wurden verletzt. Auch im März verübten Aufständische im ganzen Land mehrere Anschläge mit Dutzenden Toten.

Vor dem geplanten schrittweisen Abzug der US-Armee werden angesichts der jüngsten Anschlagswelle Sorgen über die Sicherheitslage im Irak laut. Bis September 2009 plant die US-Regierung, 12.000 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Der Großteil der Truppen soll das Land bis Ende August 2010 verlassen haben, der endgültige Abzug soll bis Ende 2011 vollzogen sein.

Seit 2005 sind der Gewalt im Irak nach Angaben der Bagdader Regierung 87.215 Zivilpersonen zum Opfer gefallen. Das geht aus einer unveröffentlichten Statistik hervor, in die die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag in Bagdad Einsicht bekam.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde am Donnerstag außerdem der mutmaßliche Anführer einer Terrorgruppe mit Verbindungen zu Al Kaida festgenommen. Abu Omar al Baghdadi gilt als Anführer der Gruppe Islamischer Staat des Iraks, einer Dachorganisation sunnitischer Extremisten. Das Staatsfernsehen berichtete am Donnerstag unter Berufung auf einen Militärsprecher, Al Baghdadi sei in Gewahrsam. Sicherheitskräfte sagten, er sei festgenommen worden.

Quelle: AFP

 
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