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Somalia Kinder Hunger Panorama
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Merkel sichert eine Million Euro für Flüchtlinge zu: Zehn Millionen leiden unter Afrikas Dürre

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 12.07.2011 - 15:40

Nairobi (RPO). Es ist der zweite Tag von Angela Merkels Afrika-Reise. Und die Kanzlerin macht in Kenia deutlich, dass die Korruptionsbekämpfung ein wichtiges Thema sei. Aber sie sagt auch Hilfe zu - für jene Flüchtlinge, die in einem völlig überfüllten Lager leben und unter einer extremen Hungersnot leiden. Doch die betrifft nicht nur in Kenia. Laut Unicef sind über zehn Millionen Menschen von der Dürre betroffen.

"Ich habe viele Flüchtlingslager in der ganzen Welt gesehen, aber noch niemals Neuankömmlinge in einer derart verzweifelten Lage", sagt Antonio Guiterres, Chef des UN-Flüchtlingshilfswerk, als er das kenianische Lager Dadaab besucht. Um das zu erreichen, müssten viele Menschen nach der Grenzüberschreitung oftmals zu Fuß 80 Kilometer Wüste durchqueren. Einige berichteten, dass Kinder von Hyänen und Löwen aufgefressen wurden.

Die Lage ist prekär. Wie Unicef auf seiner Webseite schreibt, treffen jede Woche rund 10.000 Somalier in den Notlagern in Dadaab ein. Zehntausende seien in den vergangenen Monaten wegen der Dürre, aber auch wegen des seit Jahren andauernden Bürgerkrieges in Somalia nach Kenia und Äthopien geflohen. Und so sagt auch die Kanzlerin bei ihrem Besuch in Kenia zu, eine Million Euro für das Lager zu geben, in dem derzeit 380.000 Menschen leben. Ausgelegt sind diese Flüchtlingslager laut Unicef für 90.000 Menschen.

Steigende Lebensmittelpreise

Kenias Ministerpräsident Raila Odinga hatte die Kanzlerin ausdrücklich um deutsche Hilfe bei der Bekämpfung der Hungersnot gebeten, aber auch um langfristige Unterstützung, um gegen weitere Katastrophen besser gewappnet zu sein. Und auch die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte zuvor auf die großen Hungersnöte in Afrika verwiesen. Laut Unicef ist die Not vor allem in Kenia, Somalia, Äthopien und Dschibuti groß.

"Dies ist eine der schwersten Krisen seit Jahrzehnten in der Region", erklärt auch der Unicef-Nothilfeleiter für das Östliche und Südliche Afrika, Robert McCarthy. Die nächste Ernte in den Dürregebieten werde sehr klein ausfallen, auch der Konflikt in Somalia gehe weiter. "Gleichzeitig erhöhen die hohen Lebensmittelpreise den Druck auf die ärmsten Familien", so McCarthy.

Ähnliches berichtet auch Alexandra Lopoukhine von Care Deutschland-Luxemburg in ihrem Blog aus Dabaa. "Eine Frau erzählte mir, dass es an Wasser fehle", schreibt sie. Und ein Mann habe ihr erklärt, dass sich viel zu viele Menschen eine Latrine teilen müssten. "Er sagte, sie bräuchten mehr Wasser, was sie im Moment haben, sei nicht genug." Und sie ergänzt: "Ich entschuldigte mich, dass die Situation im Moment noch schwierig ist. Aber mit den vielen neuen Flüchtlingen, die im Camp ankommen, ist es nicht einfach. Ich bat sie, geduldig zu sein."

Vielen Lebensgrundlage entzogen

Was Lopoukhine erlebt, haben viele Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wohl ähnlich erlebt. Und so spricht auch Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von Care Deutschland-Luxemburg, von einer dramatischen Krise. "Nach mehreren Jahren mit schweren Dürrephasen sterben die Nutztiere weg, sodass den Menschen die Lebensgrundlage entzogen wird. Sie können einfach ihre Familien nicht mehr ernähren."

Aber er bemerkt wie Odinga an, dass die Gemeinden zudem langfristig unterstützt werden müssten, um sich gegen die Folgen von Dürren zu schützen. Odinga selbst hatte erklärt, dass dabei der Erhalt und die Aufwertung des in Nairobi ansässigen Umweltprogramms der Vereinten Nationen Unep wichtig sei. Merkel sicherte zu, dass sich Deutschland für eine Unep-Aufwertung einsetzen werde - ebenso wie die beiden Regierungen vereinbarten, ihre wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen zu wollen.

Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland, bemerkte dazu bereits im Vorfeld zu Merkels Reise: "Es ist gut, wenn die Bundesregierung mit ihren Partnern die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika fördern will. Gleichzeitig aber sei eine gemeinsame Kraftanstrengung nötig, um die humanitäre Krise am Hiorn von Afrika zu bekämpfen.

Quelle: mit Agenturmaterial

 
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