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In der Kurdenstadt Diyarbakir: Zehn Tote bei Bombenanschlag in der Türkei

zuletzt aktualisiert: 13.09.2006 - 08:26

Diyarbakir (rpo). Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Stadt Diyarbakir sind heute Nacht zehn Menschen getötet und 14 verletzt worden. Sieben der Todesofper seien Kinder, teilte das Büro des Gouverneurs mit. Der Sprengsatz ging in einem vor allem in den Abendstunden belebten Stadtpark hoch. Die Stadt im Südosten der Türkei gilt als Hochburg kurdischer Rebellen.

Der laute Knall sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen. Die Polizei sperrte die Umgebung weiträumig ab und nahm Ermittlungen auf. Das Fernsehen zeigte Blutlachen und zugedeckte Leichen am Tatort. Ein weiterer Verletzter schwebt in Lebensgefahr. Nach Informationen des TV-Senders CNN-Türk wurde die Bombe ferngezündet, möglicherweise mit einem Handy. In anderen Berichten war die Rede davon, dass der Sprengsatz an einer Bushaltestelle platziert war. Die meisten Opfer seien Wartende gewesen.

Zu den möglichen Hintermännern des Anschlags, einem der schwersten in diesem Jahr in der Türkei, machte das Gouverneursbüro keine Angaben. Diyarbakir mit seinen rund eine Million Einwohnern ist eine Hochburg kurdischer Separatisten. Seit Jahresbeginn wurden bei Kämpfen mindestens 75 Sicherheitskräfte und mehr als einhundert Rebellen getötet. Die Rebellen übernahmen die Verantwortung für 16 Bombenanschläge mit insgesamt zwölf Toten und rund zweihundert Verletzten.

Im Konflikt zwischen der türkischen Armee und der PKK wurden zwischen 1984 und 1999 fast 40.000 Menschen getötet. Nach einer mehrjährigen Ruhepause verübt die PKK seit 2004 wieder verstärkt Anschläge auf türkischem Boden. Die kurdischen Rebellen verlangen eine Generalamnestie für ihre rund 5000 Kämpfer und die Freilassung ihres inhaftierten Chefs Abdullah Öcalan. Die Türkei lehnt dies ab.

Quelle: afp

 
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