Nachgerüstet: Zeitung - Nordkorea schockt Welt mit neuer Rakete
zuletzt aktualisiert: 15.02.2005 - 07:52Seoul (rpo). Nordkorea überrascht die Welt mit einer neuen leistungsstarken Waffe. Das Land entwickelte eine Rakete des Typs "Scud", welche eine bedeutend höhere Präzision habe und eine doppelt so große Reichweite besitze wie die bisherigen Waffenmodelle dieses Typs. Das berichtet die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf Regierungskreise. Jetzt sucht der Süden das Gespräch mit dem Norden, während die USA auf finanziellen Druck setzen.
Die neue Rakete "Scud-ER" habe eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern und sei wesentlich präziser als die bisherigen Modelle Scud-B und Scud-C, berichtete die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" weiter. Unklar sei aber noch, ob sie schon für Einsätze bereitgestellt worden sei. Das Verteidigungsministerium in Seoul wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern.
Südkorea hat Nordkorea Gespräche auf hoher militärischer Ebene vorgeschlagen. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie Zusammenstöße an der umstrittenen Meeresgrenze zwischen den beiden Ländern verhindert werden können, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Dienstag in Seoul. Bislang habe man noch keine Antwort aus Nordkorea, man sei aber zuversichtlich auf ein positives Signal hieß es.
USA machen Druck
Nach Informationen der "New York Times" erwägen die USA, Nordkorea finanziell auszutrocknen, um es zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu zwingen. Ein Vorschlag sehe vor, wie im Fall des Terrornetzes El Kaida die Finanzquellen zurückzuverfolgen und zu blockieren, mit deren Hilfe Pjöngjang sein Nuklearprogramm finanziere, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf einen Bericht der US-Regierung. Wie das Blatt betonte, wurde der Bericht noch vor der Ankündigung der nordkoreanischen Führung erstellt, im Besitz von Atomwaffen zu sein.
Pjöngjang hatte am vergangenen Donnerstag erstmals öffentlich den Besitz von Atomwaffen eingeräumt und gleichzeitig seinen Ausstieg aus den internationalen Gesprächen über sein Atomprogramm verkündet. Die Erklärung hatte international Besorgnis ausgelöst. In den Sechs-Nationen-Gesprächen versuchten die USA, Russland, Japan, China und Südkorea seit August 2003 vergeblich, die Regierung in Pjöngjang zur Einstellung ihres Atomprogramms zu bewegen.
Rice sprach mit Südkorea
Die USA sind zu keinen wirtschaftlichen Konzessionen bereit, um Nordkorea wieder zu Verhandlungen über sein Atomprogramm zu bewegen. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte am Montag nach Gesprächen von Außenministerin Condoleezza Rice mit ihrem südkoreanischen Kollegen Ban Ki Moon, Nordkorea dürfe für die Schwierigkeiten, die es verursacht habe, nicht noch belohnt werden. Die USA beobachteten mögliche illegale Handlungen der Regierung in Pjöngjang.
Ban wiederholte nach den Gesprächen mit Rice, dass Südkorea noch nicht davon überzeugt sei, dass Nordkorea tatsächlich im Besitz von Atomwaffen sei. Alle Seiten seien sich aber einig, dass nach einer friedlichen Lösung des Konflikts gesucht werden müsse.
Zuvor hatte auch Vereinigungsminister Chung Dong Yung in Seoul erklärt, das kommunistische Nachbarland habe weder wie etwa Indien oder Pakistan Atomwaffen getestet, noch gebe es eine unabhängige Bestätigung für die Existenz dieser Waffen. "Ich glaube, es ist für uns zu früh, den Norden eine Nuklearmacht zu nennen, sagte Chung vor dem Parlament.
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