Iran: Zeitung verspricht Goldstücke für beste Holocaust-Karikaturen
zuletzt aktualisiert: 07.02.2006 - 11:09Teheran/Washington (rpo). Die größte iranische Tageszeitung, "Hamschahri" hat im Zuge des Streites um die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen zu einem Wettbewerb für Holocaust-Karikaturen aufgerufen. Die besten Zeichner sollen mit Goldstücken ausgezeichnet werden.
"Die westlichen Zeitungen haben diese gotteslästerlichen Bilder unter dem Vorwand der Pressefreiheit veröffentlicht. Lasst uns sehen, ob sie wirklich meinen, was sie sagen, und auch Bilder über den Holocaust drucken", sagte Farid Mortasawi von der Teheraner Zeitung "Hamschahri".
Die Zeichner der zwölf besten Cartoons über den Judenmord unter den Nationasozialisten will die Zeitung mit Goldstücken belohnen. Ebenso viele Karikaturen über den Propheten Mohammed waren von der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" gedruckt worden und hatten die Welle der Empörung in der moslemischen Welt ausgelöst.
Der Gründer des Simon-Wiesenthal-Zentrums zeigte sich entsetzt über die Pläne. Damit folge der Iran "der klassischen Formel von Adolf Hitler, wonach immer die Juden schuld sind, wenn es irgendwo ein Problem gibt", sagte Rabbi Marvin Hier. "Sie gehen nach dem Drehbuch von 'Mein Kampf' vor und folgen ihm Kapitel für Kapitel."
Eine iranische Zeitung hatte zuvor in ihrer Online-Ausgabe eine Karikatur eines Teufels mit dänischer Flagge und dem Judenstern veröffentlicht. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Holocaust kürzlich als "Mythos" bezeichnet und die Verlegung des jüdischen Staates nach Deutschland, Österreich oder Alaska vorgeschlagen. Israel müsse von der Landkarte getilgt werden, forderte Ahmadinedschad.
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