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G-8-Gipfel: Zusätzliche Milliarden für Afrika

zuletzt aktualisiert: 08.07.2005 - 15:44

Gleneagles (rpo). Die G-8-Staaten wollen die Entwicklungshilfe für Afrika verdoppeln. Bis 2010 sollen die Leistungen um 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr aufgestockt werden. Außerdem beschlossen die Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles einen Schuldenerlass von 40 Milliarden für die 18 ärmsten Länder der Welt.

Der britische Premierminister Tony Blair hatte die Afrika-Hilfe zum Schwerpunkt des Gipfels erklärt und sich mit seinen Zielen weitgehend durchgesetzt. Die Aufnahme konkreter Beträge in die Abschlusserklärung war bis zuletzt strittig. Die zusätzliche Afrika-Hilfe soll zu einer Erhöhung der gesamten weltweiten Entwicklungshilfe um 50 Milliarden Dollar bis 2010 führen. Auf gemeinsame Finanzierungsinstrumente verständigten sich die Gipfelteilnehmer aber nicht.

"Dies ist nicht das Ende der Armut in Afrika, aber es ist die Hoffnung, dass sie beendet werden kann", sagte Blair. In ihrem Afrika-Aktionsplan verpflichten sich die G-8 auch dem Ziel eines weltweiten Zugangs zur Behandlung von Aids und dem Aufbau einer Friedenstruppe für Afrika. Zudem soll auf den Abbau von Handelsbarrieren hingewirkt werden.

Die Vereinbarung werde nicht allen Wünschen gerecht, sagte Blair. "Aber sie ist ein realer, erreichbarer Fortschritt." Der britische Premierminister machte deutlich, dass weitere Maßnahmen folgen müssten. "Es ist ein Anfang, nicht das Ende."

Blair äußerte sich nach einem Treffen der G-8 mit den Staats- und Regierungschefs sieben afrikanischer Länder. Die Beratungen in Gleneagles waren trotz der Terroranschläge in London fortgesetzt worden. "Wir beraten heute im Schatten des Terrorismus", sagte Blair. "Aber der wird nicht verdunkeln, was wir hier erreichen wollen."

Neuer Dialog über Klimawandel

Bei dem Gipfel sollten etwa zehn Abschlussdokumente unterzeichnet werden. Beim Streitthema Klimawandel wurde bereits am Donnerstag ein Kompromiss erzielt. In der gemeinsamen Erklärung bekennen sich die G-8 unverbindlich zu dem Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern. Konkrete Grenzwerte wie im Kyoto-Protokoll werden aber nicht genannt. Zu dem 1997 unterzeichneten Klimaabkommen heißt es lediglich: "Diejenigen von uns, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, begrüßen das In-Kraft-Treten und werden sich dafür einsetzen, dass es ein Erfolg wird."

Die USA sind der einzige G-8-Staat, der das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert hat. US-Präsident George W. Bush hatte das Abkommen noch kurz vor Beginn der Beratungen in Gleneagles für gescheitert erklärt.

Blair sagte, im kommenden Herbst solle ein neuer Dialog zum Thema Klimawandel gestartet werden. Ein erstes Treffen mit Vertretern aus China, Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika sei für den 1. November geplant.

Der französische Präsident Jacques Chirac hatte die Vereinbarungen zum Klimaschutz bereits am Donnerstagabend als Teilerfolg gewertet. "Wir haben eine sichtbare, tatsächliche Entwicklung der amerikanischen Position festgestellt", sagte er. Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Die Abruptheit der Gegensätze ist aufgegeben worden - ein kleiner Fortschritt."

Quelle: ap

 
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