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Großbritannien und die EU
Zweite Runde der Brexit-Verhandlungen in Brüssel gestartet

Zweite Runde der Brexit-Verhandlungen in Brüssel gestartet
Chefverhandler Michel Barnier und seine Delegation in Brüssel. FOTO: rtr, FLR/PAS
Brüssel. In der zweiten Runde der Brexit-Verhandlungen geht es erstmals um Konkretes. Und schon kommt es zu Konflikten: Der EU geht der britische Vorschlag für die Rechte ihrer Bürger nicht weit genug.

Im Mittelpunkt der viertägigen Gespräche sollten die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien, die Grenze zu Irland und die Summe, die Großbritannien nach einem Austritt aus der Union für seine bestehenden Verpflichtungen an die EU bezahlen muss, stehen.

Nach einem ersten Treffen im vergangenen Monat, als es um den Ablauf der Gespräche ging, soll es also nun um die Inhalte gehen. Dazu kam der britische Brexit-Minister David Davis am Montag mit EU-Chefunterhändler Michel Barnier zusammen. Der britische Vorschlag zu den Rechten der EU-Bürger in Großbritannien löste bereits Kritik in Brüssel aus.

Großbritannien hat erklärt, dass EU-Bürger, die sich seit mindestens fünf Jahren im Land aufhielten, dort auch weiter leben und arbeiten könnten. Ein Datum, wann diese Frist beginnen soll, wurde nicht genannt. Auch blieb unklar, was das für EU-Bürger bedeutet, die noch nicht so lange in Großbritannien leben, und wie ein Familiennachzug geregelt werden könnte. Die drei Millionen EU-Bürger in Großbritannien müssten aber alle eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen.

Boris Johnson spricht von fairen Angebot

Europäische Vertreter erklärten, der Vorschlag gehe nicht weit genug.
Das Europäische Parlament warnte in der vergangenen Woche, es könne sein Veto einlegen, wenn Großbritannien den EU-Bürgern für die Zeit nach dem Brexit nicht weitere Rechte einräume. Ein möglicher Kompromiss würde wahrscheinlich umgekehrt auch für die rund eine Million Briten angewendet, die derzeit in EU-Ländern außerhalb ihrer Heimat leben.

"Es ist unglaublich wichtig, dass wir jetzt gute Fortschritte machen", sagte Davis nach dem Treffen mit Barnier. Er wollte nach London fliegen und erst am Donnerstag zur Pressekonferenz mit Barnier zurückkehren. Die Verhandlungen übernehmen zu großen Teilen Beamte.

In einem separaten Treffen der Außenminister beschrieb der britische Amtsinhaber Boris Johnson das Angebot seines Landes an die EU als sehr fair.

(vek/ap)
 
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