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Gemeinsame TV-Ansprache
Hoffnung auf Wiedervereinigung Zyperns

Zypern: Nikos Anastasiades und Mustaf Akinci in TV-Ansprache
In einer Bar wird die Ansprache von Nicos Anastasiades (links) und Mustafa Akinci gezeigt. FOTO: ap
Nikosia. Auf der geteilten Mittelmeerinsel Zypern gibt es hoffnungsvolle Zeichen der Annäherung zwischen den Repräsentanten des griechischen und des türkischen Bevölkerungsteils.

Erstmals bekundeten der Staatschef der griechisch-geprägten Republik Zypern, Nikos Anastasiades, und der Präsident des nur von der Türkei anerkannten Nordzyperns, Mustafa Akinci, am Donnerstag in einer gemeinsamen Fernsehansprache zu Weihnachten und zum neuen Jahr ihre Hoffnung auf ein Friedensabkommen im nächsten Jahr und eine Wiedervereinigung der Insel.

Anastasiades sagte auf Türkisch, er hoffe, dass "alle Zyprer 2016 friedlich in einer wiedervereinigten Heimat wieder leben werden können." Akinci wünschte auf Griechisch den griechischen Zyprern Frohe Weihnachten und dass "das neue Jahr dauerhaften Frieden, Ruhe und Wohlstand für alle Zyprer bringt".

Drei Verhandlungen im Januar

Nach Zeitungsberichten wollen die beiden Politiker im Januar dreimal zu Verhandlungen zusammentreffen. Sie sprechen unter UNO-Schirmherrschaft seit Mai intensiv über die Wiedervereinigung. Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Die Republik Zypern ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im überwiegend griechisch-zyprischen Süden.

Nach Schätzungen der UNO sind bislang mehr als 165.000 griechisch-stämmige Bürger aus den türkisch-besetzten Gebieten im Norden geflohen oder ausgewiesen worden. Umgekehrt verließen 45.000 türkisch-stämmige Zyprioten die südlichen Gebiete der Insel.

(KNA)
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