Prozess dauert vermutlich zwei Wochen: Auslieferungsverfahren gegen mutmaßlichen NS-Verbrecher
zuletzt aktualisiert: 14.05.2001 - 09:21Melbourne (rpo). Lettland hat gegen den in Australien lebenden mutmaßlichen lettischen NS-Verbrecher Konrads Kalejs ein Auslieferungsverfahren begonnen. Die lettischen Strafverfolgungsbehörden werfen dem 87-Jährigen vor, während des Zweiten Weltkriegs an der Ermordung von Juden beteiligt gewesen zu sein.
Der Prozess dauert voraussichtlich zwei Wochen. Kalejs wurde in Australien, dessen Staatsbürgerschaft er besitzt, im vergangenen Jahr festgenommen, nachdem ein Gericht einen Haftbefehl wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen ausgestellt hatte. Er hat bestätigt, seinerzeit Kommandeur eines "Kommandos Arajs" gewesen zu sein, bestreitet jedoch eine Beteiligung an der Erschießung von Zivilisten.
Kalejs war nach dem Krieg nach Australien ausgewandert und hatte später in Amerika gelebt. In in den neunziger Jahren wurde er von den USA und auch von Kanada wegen falscher Angaben über seine Vergangenheit ausgewiesen, dann spürten ihn jüdische Gruppen in einem Altersheim in Großbritannien auf. Er setzte sich im vergangenen Jahr nach Australien ab.
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