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Kampf gegen Verdrängen und Verleugnen: Ausstellung über Sinti und Roma in Auschwitz eröffnet

zuletzt aktualisiert: 02.08.2001 - 17:11

Warschau/Oswiecim (rpo). Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz ist eine neue Dauerausstellung eröffnet worden. Die Schau erinnert an die Ermordung der Sinti und Roma in der Zeit des Dritten Reiches.

Vor der Eröffnung der Ausstellung hatten Vertreter von Romaverbänden und der Regierungen Deutschlands, Polens und Österreichs am Donnerstag auf dem ehemaligen Lagergelände von Birkenau mit Blumen und Kranzniederlegungen der gewaltsamen Auflösung des so genannten Zigeunerlagers gedacht. Am 2 August 1944 waren die letzten 3 000 überlebenden Häftlinge der Sinti und Roma in den Gaskammern des Vernichtungslagers ermordet worden.

Allein in Auschwitz-Birkenau starben mehr als 20 000 Sinti und Roma aus zwölf europäischen Staaten. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten eine halbe Million Sinti und Roma.

Die Ausstellung sei "ein wichtiges Ergebnis des jahrzehntelangen Kampfes gegen das Verdrängen und Verleugnen der unseren Menschen zugefügten Verbrechen", sagte Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralverband der Deutschen Sinti und Roma. Auschwitz sei nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch der Mahnung angesichts heutiger Menschenrechtsverletzungen. "Auschwitz muss das Gewissen der Wertegemeinschaft demokratischer Staaten sein", forderte Rose und erinnerte an die vielfältige Diskriminierung und rassistische Angriffe auf Roma in vielen Staaten.

Für die neue Dauerausstellung im ehemaligen Lagerblock 13 haben Überlebende aus ganz Europa Familienbilder und andere Fotos und Dokumente zur Verfügung gestellt. Den Berichten der Opfer stehen Dokumente der Täter gegenüber, um die vielfältige Diskriminierung zu dokumentieren, die dem Holocaust an den Sinti und Roma vorausging.

Ein ebenso bedeutsamer wie auch umstrittener Teil der Ausstellung sind die so genannten Zigeuner-Aquarelle, die die tschechische Jüdin Dinah Gottliebova im Auftrag des berüchtigten Lagerarztes Josef Mengele malen musste. Die heute in den USA lebende Künstlerin verlangt die Herausgabe der Bilder und wird mittlerweile vom US-Kongress in ihren Bemühungen unterstützt. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, die polnische Regierung und der polnische Roma-Verband sind dagegen der Ansicht, dass die Bilder in Auschwitz bleiben müssen.

"Sie (die Aquarelle) sind Dokumente der Verbrechen, die an Angehörigen unserer Minderheit in Auschwitz begangen wurden und deshalb gehören sie in diese Ausstellung", sagte auch Rose.

Quelle: RPO Archiv

 
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