Ludwigshafen: Demonstration gegen Ausländerhassnn: Autonome stören Kundgebung
zuletzt aktualisiert: 22.07.2000 - 17:08Ludwigshafen (dpa). Knapp eine Woche nach dem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Ludwigshafen haben am Samstag rund 1 200 Menschen in der Stadt am Rhein gegen Ausländerhass demonstriert.
Bei der Abschlusskundgebung gab es tumultartige Szenen, als Autonome den Staatssekretär im Mainzer Innenministerium, Ernst Theilen (SPD), mit Sprechchören am Reden hinderten und das Podium stürmten. Der Veranstalter, eine Bürgerinitiative, brach die Kundgebung ab.
Die Gruppen hatten bereits während des Demonstrationszuges durch die Innenstadt die Asylpolitik der rot-grünen Bundesregierung immer wieder scharf kritisiert. Vertreter von Kirchen, Bürgerinitiativen und Gewerkschaften sprachen sich gegen Fremdenfeindlichkeit aus und mahnten einen verstärkten Widerstand gegen rechtsextremistische Aktivitäten an.
Bei dem Anschlag waren drei Kinder aus dem Kosovo verletzt worden. Die mutmaßlichen Täter - vier Skinheads im Alter von 14 bis 18 Jahren - waren am Donnerstag gefasst worden und haben die Tat gestanden.
Als Staatssekretär Theilen auf das Podium der Abschlusskundgebung trat, um ein Statement zu dem Brandanschlag abzugeben, wurde er mit Rufen wie "Heuchler" und "Hau ab" am Reden gehindert. Als sich Vertreter der demokratischen Rathausfraktionen schützend vor ihn stellten, riefen die Störer "Nazis morden, der Staat schiebt ab: Das ist das gleiche Rassistenpack".
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