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Berlin
Autos verbrauchen drastisch mehr Sprit als angegeben

Berlin. Autokonzerne täuschen ihre Kunden offenbar immer stärker über den tatsächlichen Spritverbrauch und Ausstoß an klimaschädlichem CO2. Im vergangenen Jahr benötigten neu zugelassene Fahrzeuge auf der Straße im Schnitt 42 Prozent mehr Sprit, als die Hersteller im Prospekt angeben. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Umweltforscher-Verbunds ICCT. Vor fünf Jahren hatte eine frühere Studie noch einen Unterschied von 23 Prozent, vor zehn Jahren von 15 Prozent ergeben. Vor 15 Jahren betrug die Abweichung lediglich neun Prozent. Die Forscher, die auch den VW-Diesel-Skandal in den USA 2015 mit aufgedeckt hatten, vermuten, dass Autofahrern jährlich unerwartete Mehrkosten von bis zu 450 Euro beim Tanken entstehen. Die Hauptursache der "Diskrepanz" sieht ICCT-Europa-Chef Peter Mock darin, dass die Autokonzerne "systematisch Schlupflöcher in der bestehenden Regelung ausnutzen". So würden für den Prüfstand verwendete Wagen gezielt für die Testsituation optimiert - etwa mit speziellen Reifen oder einer stärkeren Batterieladung.

Beim deutschen Autoverband VDA hieß es, eine baldige Besserung sei in Sicht. Dass es grundsätzliche "ärgerliche Unterschiede zwischen Labor- und Straßenwerten" gebe, sei seit Langem klar. Die ab 2017 geplanten Straßenmessungen und genaueren Bedingungen für Prüfstandstests seien ein Fortschritt: "Der Verbraucher bekommt mehr Verlässlichkeit."

(frin)
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