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Stellwerk-Brand
Bahn redet Chaos klein

Stellwerkbrand in Mülheim behindert Bahnverkehr
Stellwerkbrand in Mülheim behindert Bahnverkehr FOTO: Rene Anhuth / ANC-NEWS
Meinung Die Folgen des Brandes in einem Stellwerk in Mülheim/Ruhr werden für Bahnpendler noch wochenlang zu spüren sein. Die Bahn reagiert wie immer in Krisenfällen: Sie redet das Problem klein.  Von Christian Schwerdtfeger

So langsam muss man sich ernsthafte Sorgen um die Mobilität im Land machen. Dass die Straßen und Brücken marode sind, ist ja bekannt. Dass aber auch unser Bahnnetz auf so tönernen Füßen steht, dass ein einziger Stellwerkausfall wochenlanges Chaos im Bahnverkehr nach sich ziehen kann, kommt einer Bankrotterklärung unserer Infrastruktur gleich.

Und was macht die Bahn? Die macht das, was sie in Krisenfällen immer tut: Das Problem erstmal kleinreden. Man könne nichts dafür, das betroffene Stellwerk liege halt an einem neuralgischen Punkt.

Das hört sich an wie eine schlechte Ausrede. Das Stellwerk hätte gar nicht mehr in Betrieb sein dürfen, wenn es doch von so zentraler Bedeutung ist, wie die Bahn selbst einräumt. Fast 50 Jahre hat das Stellwerk auf dem Buckel, hätte längst durch einen Neubau ersetzt werden müssen. Aber stattdessen sollte die Anlage 2017 lediglich gewartet werden. Nun sollte man denken, die Bahn lerne aus dem Vorfall und überprüfe schleunigst alle baugleichen Stellwerke. Weit gefehlt. Sie macht weiter wie bisher.

Quelle: RP
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