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Ermittler finden Sprengstoffreste: Bali-Verdächtiger: Kontakt zu Bashir

zuletzt aktualisiert: 08.11.2002 - 10:10

Jakarta (rpo). Der mutmaßliche Attentäter von Bali hatte nach eigenen Angaben Kontakt zu der Terrororganisation Jemaah Islamiyah. Er soll auch das Material für die Bombe beschafft haben.

Polizeisprecher Edward Aritonang erklärte am Freitag, der 40-jährige habe nach eigener Aussage zwei Geistliche der Organisation gekannt: Riduan Isamudin und Abu Bakar Bashir, den mutmaßlichen Anführer der Gruppe. Außerdem führte der Tatverdächtige die Ermittler zu einem Haus, in dem Reste des auf Bali eingesetzten Sprengstoffes gefunden wurden.

Aus Geheimdienstkreisen verlautete, der Verdächtige, dessen Name nur mit Amrozi angegeben wurde, habe die beiden Geistlichen auch persönlich getroffen. Weiter hieß es, Amrozi habe gestanden, das Material für den Bau der Bombe von Bali beschafft zu haben. Er war den Angaben zufolge auch an dem Sprengstoffanschlag auf die Börse von Jakarta beteiligt, bei dem im Jahr 2000 insgesamt 15 Menschen getötet wurden, sowie an dem Anschlag auf die Residenz des philippinischen Botschafters im selben Jahr.

Die Polizei gehe davon aus, dass sechs bis zehn Personen in das Attentat vom 12. Oktober auf Bali verwickelt seien, sagte der stellvertretende Leiter der Ermittlungskommission, Made Mangku Pastika, am Rande einer Konferenz in Manila: "Wir kennen ihre Namen, wir kennen ihre Identität. Die Polizei sucht sie nun im ganzen Land." Möglicherweise hätten Amrozi und ein Komplize geplant, in den Süden der Philippinen zu flüchten.

Weiter sei bekannt, dass die Täter das Auto, in dem der Sprengsatz deponiert gewesen sei, auch mit ausländischer Währung bezahlt hätten, sagte Pastika weiter. Dies weise auf Verbindungen der Bombenleger nach Malaysia und Singapur und in weitere südostasiatische Länder hin. Obwohl die meisten der rund 200 Opfer Australier gewesen seien, sei es das Ziel der Täter gewesen, so viele Amerikaner wie möglich zu töten. "Sie hassen Amerikaner", erklärte Pastika.

Erst am Donnerstag hatten die Ermittler die Festnahme Amrozis gemeldet. Der Mann habe im Verhör gestanden, an dem Anschlag auf einen der betroffenen Nachtclubs beteiligt gewesen zu sein. Die Behörden hatten schon kurz nach dem Anschlag die extremistische Muslimorganisation Jemaah Islamiyah verantwortlich gemacht.

Ein mutmaßliches Mitglied der Jemaah Islamiyah in Malaysia darf nicht länger in Haft gehalten werden. Ein Richter in der Stadt Shah Alam befand, dass die die Polizei nicht genügend Beweismaterial gegen Nasharuddin Nasir vorgelegt habe. Daraufhin setzte er nach Justizangaben die Anordnung von Innenminister Abdullah Ahmad Badawi außer Kraft, den Terrorverdächtigen ohne Gerichtsverfahren für zwei Jahre in Haft zu nehmen. Nasharuddin wurde bislang in einem Gefängnis im Norden des Landes festgehalten.

Ein Sprecher des Innenministers sagte, die Regierung werde die Entscheidung des Gerichts respektieren. Die Staatsanwaltschaft erwäge jedoch, dagegen Berufung einzulegen. Nasharuddin ist einer von 14 Verdächtigen, die wegen möglicher Verbindungen zu extremistischen Gruppen im April festgenommen worden waren. Einzelheiten der Vorwürfe gegen ihn wurden nicht bekannt.

Quelle: RPO Archiv

 
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