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Bange machen gilt nicht

Das Vermummungsverbot erreicht den Karneval. Wer sicher sein will, nicht als mutmaßlicher Attentäter aufgegriffen zu werden, sollte auf verdächtige Verkleidungen verzichten. Das rät die Polizei, die sich sorgt, bei den Umzügen angesichts von Horden auffälliger Revolverhelden und potenzieller Bombenleger den Überblick zu verlieren. Was wie ein Witz klingt, ist keiner: Sicherheitsexperten fürchten, Terroristen und andere Kriminelle könnten den Karneval nutzen, um sich mit echten Waffen unters närrische Volk zu mischen. Und tatsächlich ist so manche Knarre aus dem Karnevalsdepot rein äußerlich kaum vom todbringenden Original zu unterscheiden.
Schluss mit lustig also für alle, die in ihrem Kostüm als Gewalttäter ausgemacht werden könnten (Sternenkrieger ebenso wie Piraten oder Bankräuber). Bliebe nur noch die Alternative Spaßvogel. Doch was unter der Maske steckt und der Clown unter dem Umhang verbirgt, weiß auch niemand. Was nun? Vor allem etwas Gelassenheit. Den Spaß an der Freud sollten wir uns nicht verderben lassen. Aber ein wenig Fingerspitzengefühl kann trotzdem nicht schaden. Wer mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels aufmarschiert, macht anderen Angst. Das hat mit Karneval nichts zu tun.
Von Horst Thoren

Quelle: RP
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