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Kommentar
Bank-Tresore bieten sinnvollen Schutz

Meinung | Düsseldorf. Aus Angst vor Einbrechern nutzen immer mehr Bürger und Firmen Bankschließfächer. Das ist eine sinnvolle Entscheidung - gleichzeitig aber ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat.  Von Reinhard Kowalewsky

Wenn immer mehr Bürger und Firmen in der Region einen Teil ihres Vermögens im Tresor bei der Hausbank unterbringen, ist das zu begrüßen: Es ist gegen die immer stärker ihr Unwesen treibenden Einbrecherbanden eine sinnvolle Abschreckung, dass diese bei ihren Raubzügen möglichst wenig Aussicht auf verwertbare Beute haben.

Noch wichtiger ist der persönliche Schutz: Wer einmal erlebt hat, wie Freunde tief betroffen sind, weil der Familienschmuck oder die Armbanduhr des Großvaters gestohlen wurde, der weiß, dass es klug ist, solche Dinge vorsorglich sicher zu verwahren. Und da ist es oft sinnvoller, ein Schließfach für 50 oder 60 Euro im Jahr zu mieten, als einen Tresor teuer einbauen zu lassen. Dabei sollten die Bürger auch an den Schutz ihrer Daten denken: Ins Schließfach gehört auch eine externe Festplatte mit einer Kopie aller persönlichen Daten.

Gleichzeitig ist der Tresorboom ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat: Es ist traurig, dass Zehntausende Wohnungen in NRW aufgebrochen werden, ohne dass die Polizei die Täter findet. Ebenso schlimm ist, wenn gefasste Täter oft schnell wieder auf freien Fuß kommen bzw. sehr milde Urteile bekommen.

Quelle: RP
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