Fünf Festnahmen: Baskischer Kommunal-Politiker ermordet
zuletzt aktualisiert: 20.03.2001 - 16:18Lasarte/Spanien (rpo). Der Terror der baskischen Separatisten-Organisation mimmt offenbar kein Endwew. Nur drei Tage nach dem Autobomben-Anschlag in Nordostspanien ist am Dienstag im Baskenland ein Kommunalpolitiker erschossen worden.
Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Lasarte bei San Sebastian wurde am Nachmittag in einer Bar erschossen. Die Behörden machten die baskische Untergrundorganisation ETA für die Tat verantwortlich.
Froilan Elespe gehörte der Sozialistischen Partei (PSOE) an, deren Mitglieder in der Vergangenheit wiederholt Ziele von Anschlägen der ETA waren. Bei dem Mord wurden nach Polizeiangaben mindestens zwei Schüsse auf Elespe abgefeuert.
Der 54-Jährige war verheiratet und hatte zwei Kinder. Am Samstag war bei einem Autobombenanschlag in der katalanischen Stadt Rosas ein Polizist getötet worden. Die ETA bekennt sich gewöhnlich erst mit mehrwöchiger Verspätung zu ihren Taten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre dies der 29. Mord der Organisation seit dem Ende ihrer Waffenruhe im Dezember 1999.
Festnahmen bei Razzia
Derweil ist der spanischen Polizei ist ein neuer Schlag gegen die Terrororganisation ETA gelungen. Bei einer Razzia konnten fünf mutmaßliche Anhänger der Separatisten festgenommen werden. Dabei handelt es sich um fünf junge Männern im Alter zwischen 20 und 23 Jahren.
Ihnen werde die Teilnahme an Gewaltakten und Sabotageaktionen in der Gegend um die baskische Industriemetropole Bilbao zur Last gelegt, teilten die Sicherheitskräfte mit. Aus den Unterlagen, die bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen sichergestellt worden seien, gehe hervor, dass die Festgenommenen Anschläge auf Polizeibeamte geplant hätten.
Spanien forderte unterdessen die Behörden in Frankreich auf, den Kampf gegen den Terror der ETA zu verstärken. Dies bestätigte Außenminister Josep Pique in Madrid. Allerdings bedeute dies nicht, dass die spanische Regierung sich in Paris über eine mangelnde Unterstützung "beklagt" habe, sagte der Minister. Madrid habe vielmehr die Franzosen darum gebeten, eine "zusätzliche Anstrengung" zu unternehmen.
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