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Mehrere Festnahmen nach Mordanschlag in Nordirland: Beginn neuer blutiger Auseinandersetzung befürchtet

zuletzt aktualisiert: 11.01.2000

Belfast (AP). Nach dem Mordanschlag auf ein führendes Mitglied der militanten Protestanten in Nordirland hat die Polizei am Dienstag mehrere Verdächtige festgenommen. Wie der Polizeichef von Portadown, Tom Craig, mitteilte, sind unter den Festgenommenen mehrere ranghohe Mitglieder der verbotenen probritischen Organisation Loyalist Volunteer Force (LVF). Am Montagabend war der 46-jährige Richard Jameson vor seinem Haus in Portadown von einem unbekannten Täter erschossen worden. Er galt als örtlicher Kommandeur der Ulster Volunteer Force (UVF).

Regierungschef David Trimble verurteilte den Anschlag und forderte die Bevölkerung auf, die Polizei bei der Aufklärung zu unterstützen. Er besuchte den Tatort sowie Jamesons Witwe und seine drei Kinder. Zu Spekulationen über die möglichen Hintergründe wollte Trimble sich jedoch nicht äußern. Die Polizei und nordirische Politiker befürchteten, dass der Mordanschlag der Beginn einer neuerlichen blutigen Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Gruppen der nordirischen Protestanten sein könnte.

Die LVF war 1996 von radikalen UVF-Mitgliedern gegründet worden, die sich nicht an einem Waffenstillstand beteiligen wollten. Mit der wahllosen Ermordung von Katholiken wollte sie den Friedensprozess zum Scheitern bringen. Vor zwei Jahren rief sie aber selbst einen Waffenstillstand aus, nachdem der Anführer der LVF im Gefängnis ermordet worden war. Vor zwei Wochen war es in Portadown nach einem Fußballspiel zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der UVF und der LVF gekommen. Zwölf Menschen wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Unter den Verletzten war auch Jameson.

Quelle: RPO Archiv

 
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