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Vorwurf: Zusammenarbeit mit Israel: Beirut verurteilt 100 angebliche Kollaborateure

zuletzt aktualisiert: 06.06.2000 - 08:44

Beirut (dpa). Ein Militärgericht in Beirut hat am Montag 100 Milizionäre der früheren Südlibanesischen Armee (SLA) wegen Kollaboration mit Israel zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Wie aus dem Justizministerium verlautete, bekannten sich rund 100 Angeklagte der "Kollaboration mit Israel und des Betretens israelischer Gebiete" für schuldig..

Die Mehrzahl erhielten Strafen zwischen sechs und 18 Monaten. Einige der früheren SLA-Milizionäre müssten jedoch für drei bis fünf Jahre ins Gefängnis, hieß es weiter.

Etwa 1 600 SLA-Kämpfer stellten sich nach dem Rückzug Israels aus Südlibanon am 24. Mai den libanesischen Behörden. 60 Milizionäre wurden aus humanitären Gründen oder wegen ihrer unbedeutenden Rolle innerhalb der SLA bereits freigelassen.

Die von Israel aufgebaute und finanzierte Miliz hatte rund 2 500 Mitglieder, von denen viele mit ihren Familien nach Israel flüchteten. Bundesaußenminister Joschka Fischer bestätigte am Montag in Jerusalem, dass Deutschland bereit sei, insgesamt 400 der nach Israel geflohenen Libanesen aufzunehmen.

Der UN-Sondergesandte Terje Roed-Larsen gab unterdessen in Beirut bekannt, dass die Vereinten Nationen die kartografischen Arbeiten zur Festlegung der Grenze zwischen Israel und Libanon abgeschlossen haben. Die UN wollten bis Dienstag die Markierung wichtiger Abschnitte der Rückzugslinie im Gelände abschließen, hieß es in einer Mitteilung. Der Abzug der Israelis gemäß der Resolution 425 des Weltsicherheitsrats muss von den Vereinten Nationen noch bestätigt werden.

Quelle: RPO Archiv

 
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