Witwe soll Kondolenzschreiben der FDP zurückgeschickt haben: Beisetzung Möllemanns im engsten Familienkreis
zuletzt aktualisiert: 04.06.2004 - 19:47Düsseldorf (rpo). Jürgen W. Möllemann wurde im engsten Familienkreis in Münster beigesetzt. Unterdessen kam es zu neuen Streitigkeiten zwischen Möllemanns Witwe und der FDP.
Uwe Tönningsen, ein Freund der Familie, erklärte, vor der Beerdigung könne die Bevölkerung vor dem aufgebahrten Sarg Abschied von Möllemann nehmen. Er berichtete ferner, dass dessen Witwe Carola Kondolenzbriefe der FDP-Führung ungeöffnet zurückgewiesen habe. In Presseberichten war unterdessen von lukrativen Waffengeschäften Möllemanns die Rede, die dieser nicht korrekt versteuert habe. Die Behörden setzten ihre Ermittlungen über seinen Tod fort.
Tönningsen, Inhaber der von Möllemann mitbegründeten Firma "Agentur PR + Text" in Münster, sagte der "Welt" zufolge, nur enge Freunde und Familienangehörige dürften an der Beerdigung des Politikers teilnehmen. Der Zentralfriedhof in Münster werde streng abgeschirmt. Vor der Beisetzung um 11.00 Uhr hatte die Bevölkerung Gelegenheit, sich von dem Politiker zu verabschieden und sich in Kondolenzbücher einzutragen.
Das Kondolenzschreiben Westerwelles nahm Carola Möllemann-Appelhoff nicht entgegen. Tönningsen sagte, die Witwe habe auch Briefe von FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt und Generalsekretärin Cornelia Pieper zurückgewiesen.
Eventuelle weitere Durchsuchung des Privathauses
Möllemann soll Zeitungsberichten zufolge in den 90er Jahren an internationalen Rüstungsgeschäften beteiligt gewesen sein. Die "Berliner Zeitung" schrieb, eines dieser Geschäfte habe einen Umfang von fast einer halben Milliarde Mark gehabt. In der "Bild"-Zeitung war die Rede von Zahlungen in Millionenhöhe zwischen Möllemanns Firma Web/Tec und der Firma seines langjährigen Geschäftspartners Rolf Wegener, der Curl AG in Liechtenstein. Der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, kommentierte diese Berichte nicht.
Er bestätigte aber Informationen der "Berliner Zeitung", wonach in der Spendenaffäre der nordrhein-westfälischen FDP in einem Zeitraum von bereits 1996 bis 2001 ermittelt werde. Nach dem Tod Möllemanns müsse über das Verfahren neu nachgedacht werden, sagte er. Zwar würden Ermittlungskomplexe, die ausschließlich Möllemann direkt beträfen, beendet. Es gebe aber fünf weitere Beschuldigte, gegen die zum Teil wegen Beihilfe ermittelt werde. In diesem Zusammenhang sei auch die Mitwirkung des Haupttäters aufzuklären.
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