4.000 Polizisten am 3. Oktober in Berlin im Einsatz: Berlin rüstet gegen braunen "Einheits-Brei"
zuletzt aktualisiert: 02.10.2001 - 17:51Berlin (rpo). Berlin rüstet sich für eine braune Invasion. Mit einem Großaufgebot von 4.000 Beamten will die Polizei am Mittwoch, dem Tag der Deutschen Einheit, rund um die Demonstration von Rechtsextremisten in Berlin für Sicherheit und Ordnung sorgen.
Der NPD-Anwalt Horst Mahler darf nach einer Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts nicht bei der Kundgebung der rechtsextremistischen Partei am 3. Oktober reden. Dies habe das Gericht am Dienstag entschieden, teilte der Anwalt Mahlers mit. Damit wurde das Verbot der Innenverwaltung bestätigt. Die Behörde hatte dies damit begründet, dass Mahler die Terroranschläge in den USA öffentlich gebilligt habe. Die NPD habe nun Klage dagegen beim Oberverwaltungsgericht eingereicht. Eine Entscheidung sollte nach Gerichtsangaben noch am Dienstag fallen.
Ein Bündnis hat zu einer Gegenkundgebung nahe der Gedächtniskirche aufgerufen, zu der 10.000 Teilnehmer erwartet werden. Mehr als 60 Prominente unterstützen den Aufruf der Initiative "Europa ohne Rassismus". In einer einzigartigen Protest-Aktion gegen die Rechtsextremisten wollen 300 Geschäftsleute am Kurfürstendamm ihre Schaufenster verhüllen.
Die Feiern zum 3. Oktober sollen in Berlin bereits am Dienstagabend mit einem Open-Air-Konzert vor dem Reichstag sowie einer Gala beginnen. Das sonst übliche Feuerwerk fällt wegen der Terroranschläge in den USA aus. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Terror" ist für Mittwoch ein Solidaritätskonzert am Brandenburger Tor mit Udo Jürgens, den Prinzen und Uwe Ochsenknecht geplant.
Die Polizei stellt sich für Mittwoch auf mögliche gewalttätige Übergriffe ein. "Wir rechnen mit Versuchen, die NPD-Demonstration anzugreifen", sagte Einsatzleiter Gernot Piestert der dpa. "Ich möchte nicht gegen die Gegner der Demonstration vorgehen müssen", sagte er weiter. Daher sei die Polizei mit ihren "besten Kräften" im Einsatz. "Unser Ziel ist, dass die Sache friedlich über die Runden geht." Damit begründete er auch, dass es bisher keine offiziellen Angaben über die Route gibt. "Wir wollen nicht unnötig Leute anlocken."
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