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Persönlich
Bernd Althusmann . . . wird jetzt doch VW-Aufsichtsrat

Im Landtagswahlkampf hatte Bernd Althusmann (51) klare Vorstellungen davon, wie er mit den zwei Aufsichtsratssitzen des Landes Niedersachsen im VW-Konzern umgehen würde. Der CDU-Spitzenkandidat sprach von mehr Offenheit und Transparenz und davon, dass statt des Wirtschaftsministers ein echter Experte neben dem Ministerpräsidenten in das Gremium einziehen sollte. "Das könnte ein Wirtschaftsprüfer sein, es sollte aber ein ausgewiesener Kenner der Automobilbranche sein", sagte er im Juli. Nun übernimmt er selbst einen Posten im Aufsichtsrat - als Wirtschaftsminister der neuen rot-schwarzen Koalition. Von Florian Rinke

Seine Expertise: Althusmann war Offizier der Bundeswehr, studierte Pädagogik und später Betriebswirtschaft und war als Politiker unter anderem Kultusminister und leitete für die Konrad-Adenauer-Stiftung die Landesvertretung für Namibia und Angola in der namibischen Hauptstadt Windhoek.

Dass er trotzdem in den Aufsichtsrat einzieht, statt einen Experten zu endsenden, erklärte der gebürtige Oldenburger zuletzt gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" so: Er habe stets erklärt, als Ministerpräsident in den Aufsichtsrat gehen zu wollen. "Aufgrund des Wahlergebnisses war jetzt eine Neubewertung der Aufsichtsratsbesetzung notwendig."

Mit Neubewertungen kennt sich Althusmann aus - auch seine Doktorarbeit wurde vor einigen Jahren einer solchen unterzogen. Am Ende durfte er den Titel behalten, auch wenn die Prüfer vielfältige Verstöße gegen wissenschaftliche Standards feststellten.

Als Wirtschaftsminister soll er nun nicht nur VW kontrollieren, sondern Niedersachsen auch digital nach vorne bringen. Privat mag es Althusmann, der zum zweiten Mal verheiratet ist, hingegen gerne analog: Seine Zurückhaltung bei Twitter begründete er zuletzt mit einigen negativen Erfahrungen aufgrund seiner Nachrichten. "Aber was raus ist, ist raus", sagte Althusmann der "Bild".

Quelle: RP
 
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