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Berlin
Bezugsdauer von Elterngeld ist deutlich gesunken

Berlin. Das Elterngeld gilt als Erfolgsgeschichte: Die Zahl der Bezieher steigt von Jahr zu Jahr und der Bund muss immer mehr für die staatliche Leistung ausgeben. Allerdings schöpfen Mütter und Väter immer weniger die vollen Zeitrahmen des Elterngelds aus. Die durchschnittliche Bezugsdauer ist von 10,3 Monaten im Jahr 2008 auf 9,4 Monate im Jahr 2014 gesunken.

Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Das Elterngeld als Lohnersatzleistung für Mütter und Väter, die für ihre Babys beruflich pausieren, wurde 2007 eingeführt. Während 2008 rund 786.000 Mütter und Väter Elterngeld bezogen, waren es 2014 schon 933.000. Die Kosten stiegen von vier Milliarden Euro im Jahr 2008 auf geplant sechs Milliarden Euro in diesem Jahr.

Die gesunkene durchschnittliche Bezugsdauer ist auch durch eine stärkere Inanspruchnahme des Elterngelds durch Väter zu erklären, die in der Regel deutlich kürzer für ihre Babys pausieren. 2014 nahmen die Mütter im Durchschnitt 11,6 Monate, die Väter 3,1 Monate. 2008 waren es bei Männern noch 3,7 Monate und bei Frauen 11,7.

Der Familienexperte der Linksfraktion, Jörn Wunderlich, kritisierte, dass das Elterngeld im Vergleich zum früheren Bundeserziehungsgeld die unteren Einkommensklassen benachteilige. Er sagte: "Das geht in die falsche Richtung."

(qua)
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