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Antragsteller Worch "zu unverlässig": Bielefeld: Anti-Wehrmachts-Demo verboten

zuletzt aktualisiert: 19.02.2002 - 15:05

Bielefeld (rpo). Eine zweite Demonstration gegen die in Bielefeld gezeigte Wehrmachtausstellung hat die Polizei verboten. Als Grund wurde die Unzuverlässigkeit des Antragstellers Christian Worch genannt.

Worch sei als überregionale Führungsperson der neonazistischen Szene bundesweit anerkannt, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz des Polizeipräsidiums. Seit Ende der siebziger Jahre gehöre er verschiedenen Organisationen an, die wegen ihrer aggressiv- kämpferischen Ablehnung der verfassungsmäßigen Ordnung mittlerweile verboten worden seien.

Der Hamburger Neonazi Worch hatte eine Kundgebung für den 2. März angemeldet, nachdem bereits am 2. Februar rund 1700 Rechtsgerichtete aus Protest gegen die Ausstellung auf die Straße gegangen waren. Ihnen hatten sich 8000 friedlichen Gegendemonstranten entgegen gestellt. Über 2000 Polizei- und Bundesgrenzschutzbeamte aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten die Lager gegeneinander abschirmen müssen. Worch war aus dem Verkehr gezogen worden, weil er sich nicht an die Auflagen der Polizei gehalten und rassistische Parolen skandiert hatte. Gegen ihn wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach dem Versammlungsgesetz eingeleitet.

Nach Angaben der Polizei gehörte Worch zu den engsten Gefolgsleuten des verstorbenen Neonazi-Führers Michael Kühnen. Trotz aller Verbote habe er verschiedene Organisationen weiter fortgeführt. Wegen Straftaten gegen das Vereinsgesetz sei er zu mehreren Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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