Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Düsseldorf: "Bild": Millionenschwere Geldtransfers auf Möllemann-Konten
zuletzt aktualisiert: 06.06.2003 - 18:37Münster (rpo). Laut Bericht der "Bild"-Zeitung hat es auf den Möllemann-Konten in Luxemburg zwischen 1997 und 2000 Geldbewegungen in Millionenhöhe gegeben.
Das Blatt beruft sich dabei auf den Inhalt eines Durchsuchungsbeschlusses des Amtsgerichts Düsseldorf. Er war Grundlage der staatsanwaltlichen Durchsuchungen in Büro- und Wohnräumen Möllemanns am Donnerstag - unmittelbar vor Möllemanns Tod. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf lehnte am Freitagabend auf dpa-Anfrage jeden Kommentar zu den Angaben ab.
Dem Bericht zufolge hat Möllemann zwischen November 1997 und Januar 2000 rund 4,5 Millionen Euro von seinen Luxemburger Konten als Darlehensrückzahlung an die Liechtensteiner Firma Curl AG überwiesen. Die Curl AG soll Rolf Wegener, einem ehemaligen Geschäftsfreund Möllemanns, gehören. Im gleichen Zeitraum seien 1,9 Millionen Euro an Möllemanns Düsseldorfer Unternehmen Webtec zurückgeflossen. Laut "Bild" gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass Schmiergeld in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro aus dem Verkauf von 36 Fuchs- Spürpanzern an Saudi-Arabien aus dem Jahr 1991 über die Curl AG an Möllemann geflossen sein könnte. Möllemann hatte den Panzerverkauf als damaliger Bundeswirtschaftsminister ermöglicht.
Bei den angeblichen verdeckten Parteispenden zur Finanzierung des umstrittenen Wahlkampf-Flugblattes Möllemanns mit kritischen Äußerungen zur Regierungspolitik Israels seien die Ermittler einen Schritt voran gekommen. Danach stehe nun fest, dass die Einzahlungen von rund einer Million Euro auf ein Wahlkampf-Sonderkonto Möllemanns von vier Einzahlern vorgenommen worden waren, berichtet "Bild" weiter. Die Summe war am 13. September 2002, gut eine Woche vor der Bundestagswahl, von dem Luxemburger Konto Möllemanns in bar abgehoben worden.
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