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Bund und Länder für bessere Bildung: Bildungsknatsch: Müssen Kleinkinder Fremdsprachen lernen?

zuletzt aktualisiert: 28.11.2001 - 16:41

Berlin (rpo). Zwei Tage vor der Beratung des Bundesrates über das neue Hochschulrecht gibt es Streit über die Zukunft des Bildungswesens. Es geht um die Frage, was und wann Kinder lernen sollen.

Bildungsministerin Edelgard Bulmahn stellte am Mittwoch in Berlin die Empfehlung der Arbeitsgruppe "Forum Bildung" vor. Bund und Länder sprechen sich dort für eine bessere Förderung von Kindergarten- und Grundschulkindern aus. Bulmahn verteidigte sich gegen Angriffe der Arbeitgeber, ihre Reform des Dienst- und Besoldungsrechts an Hochschulen greife zu kurz.

Vertreter von Bund, Ländern, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Verbände hatten zwei Jahre lang an den Empfehlungen gearbeitet. Das Forums befürwortet eine frühe Förderung der Kinder bereits im Kindergartenalter. Mädchen und Jungen sollen schon zeitig - vor der Einschulung und in den ersten Schulklassen - mit dem Lernen einer Fremdsprache beginnen. Bulmahn erklärte, Kinder sollten auch früh mit Naturwissenschaft und Technik in Berührung kommen.

Das Gremium empfiehlt auch den Ausbau der Ganztagsschule. Die Schüler könnten so stärker individuell gefördert werden. Der Unterricht auch am Nachmittag solle es den Eltern erleichtern, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Weiter macht sich das Forum für bessere Weiterbildung und Chancengleichheit beim Zugang zu Qualifikation stark.

Die Spitzenverbände der Wirtschaft forderten, auch die Entdeckung und Förderung hoch begabter Kinder müsse weiter entwickelt werden. Zudem verlangten sie eine deutliche Erhöhung der Bildungsausgaben.

Bildungsausgaben erhöht

Bulmahn erklärte, im Bildungsbereich solle nach Ansicht der Bildungs- und Wissenschaftsminister nicht gespart werden. Die rot-grüne Koalition habe die Bildungsausgaben stark erhöht. Das Forum habe sich darauf verständigt, gemeinsam die Umsetzung der Empfehlungen zu begleiten. 2004 oder 2005 wolle die Arbeitsgruppe ein erstes Resümee ziehen.

Die SPD-Politikerin verteidigte sich gegen Angriffe der Arbeitgeber, ihre Reform des Dienst- und Besoldungsrechts an Hochschulen greife zu kurz. Der Gesetzentwurf räume vielmehr mit gravierenden Mängeln im Hochschulwesen auf.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte hingegen, die Regierung habe eine große Chance verpasst. Viele renommierte Wissenschaftler aus anderen Ländern kämen gar nicht erst an deutsche Universitäten, und deutsche Spitzenkräfte wanderten lieber aus. Das Berufsbeamtentum an Hochschulen müsse abgeschafft werden, da es dem Wettbewerb im Wege stehe, erklärte Hundt. Er forderte auch mehr Autonomie für die Hochschulen. Sie müssten endlich aus der staatlichen Gängelung entlassen werden.

Zu seiner Forderung nach Umwandlung der Hochschulen in Privatuniversitäten, sagte Bulmahn, Bildung müsse weiter in der öffentlichen Verantwortung bleiben. Die Universitäten sollten aber mehr Eigenverantwortung übernehmen.

Die Arbeitgeberverbände sprachen sich für eine zügige Umsetzung der Empfehlungen aus. Ebenso äußerte sich der DGB. Die Ergebnisse dürften nicht in Bücherregalen verstauben, forderte auch der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Reinhard Loske.

Quelle: RPO Archiv

 
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