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Wegen gestiegener Kraftstoffpreise: Blair appelliert an Fernfahrer: "Leben stehen auf dem Spiel"

zuletzt aktualisiert: 13.09.2000 - 20:21

London/Brüssel (dpa). Der britische Premierminister Tony Blair hat am Mittwochabend an alle Blockierer von Öldepots und Raffinerien appelliert, ihre Protestaktionen aufzugeben. "Menschenleben stehen auf dem Spiel", sagte er in London. Kurz zuvor hatte die Regierung die staatlichen Krankenhäuser angewiesen, wegen der Energieknappheit auf Notversorgung umzustellen und keine unbedingt notwendigen Operationen mehr auszuführen. Auch in Belgien blockierten Fernfahrer weiterhin Straßen und Autobahnen. Die Verhandlungen zwischen Regierung und Spediteuren dauerten am Abend an.

Blair, der am Dienstag versprochen hatte, dass sich die Lage bis Mittwochabend weitgehend normalisiert haben werde, gab zu, dass sich die Benzinproteste zu einer nationalen Krise ausgeweitet hätten. Zwar seien die ersten Tanklastzüge wieder unterwegs zu den Tankstellen, doch sei es noch "ein langer Weg" bis zur Normalisierung. Am Mittwoch waren nur zehn Prozent des benötigten Benzins ausgeliefert worden. Etwa 90 Prozent aller britischen Tankstellen haben geschlossen.

Blair erwägt nach eigenen Worten, der Forderung von Oppositionsführer William Hague nachzukommen und das Parlament aus der Sommerpause zurückzurufen. Die Bevölkerung forderte er auf, den Demonstranten klarzumachen, dass sie jetzt aufhören müssten. "Genug ist genug", sagte Blair. Doch in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der BBC unterstützten 78 Prozent der Befragten die Boykottaktionen.

Bei den Verhandlungen in Brüssel bot der belgische Finanzminister Didier Reynders den Fuhrunternehmern Steuererleichterungen unter anderem bei der Kraftfahrzeugsteuer und der Versicherungssteuer an. In der Region um Gent hätten die ersten Lastwagenfahrer ihre Blockaden geräumt, berichtete der Rundfunk. Im übrigen Land, in Brüssel und an den Grenzen waren aber weiterhin Straßen und Autobahnen durch quer gestellte Lkw versperrt.

Quelle: RPO Archiv

 
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