| 08.18 Uhr

Jerusalem
Blutige Proteste wegen Jerusalem

Jerusalem. Eine Rakete aus dem Gaza-Streifen schlägt im Süden Israels ein.

Aufruhr im Heiligen Land: Nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA ist bei Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten ein Mann getötet worden. Mindestens 760 Menschen wurden verletzt, rund 261 davon erlitten Schusswunden, wie das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza und der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond mitteilten. Bei dem Toten handelt es sich um einen Palästinenser.

Am Abend schlug eine Rakete aus dem Gaza-Streifen in der Stadt Sderot im Süden Israels ein. Weitere Informationen gebe es nicht, teilte eine israelische Armeesprecherin zunächst mit. Der Zeitung "Haaretz" zufolge wurden Autos beschädigt; Verletzte habe es aber nicht gegeben. Zuvor hatte das israelische Militär nach eigenen Angaben eine aus dem Gaza-Streifen kommende Rakete abgefangen. Bei einer weiteren aus Gaza abgefeuerten Rakete wurde kein Einschlag gemeldet. Israel bombardierte daraufhin einen Stützpunkt und ein Waffenlager der radikal-islamischen Hamas in Gaza. Dabei wurden nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen zehn Menschen verletzt.

Bereits zuvor hatte eine israelische Armeesprecherin gesagt, im Westjordanland seien Warnschüsse in die Luft abgegeben worden, im Gaza-Streifen sei auf Anstifter der Unruhen geschossen worden.

"Heute, am 30. Jahrestag der ersten Intifada (Palästinenseraufstand, Anm. d. Red.), erhebt sich unser Volk in Ablehnung gegen die Erklärung von Trump", sagte Achmad Bahar, ein führender Hamas-Vertreter. In Europa organisierte die islamische Bewegung Milli Görüs nach eigenen Angaben in 14 EU-Hauptstädten Aktionen und machte Jerusalem zum Thema in ihren Moscheegemeinden. Bei Protesten vor dem Brandenburger Tor wurden nach Angaben der Polizei zwei israelische Flaggen verbrannt.

Israel eroberte 1967 im Sechstagekrieg Ost-Jerusalem von Jordanien und annektierte den Stadtteil später. Die internationale Gemeinschaft erkennt diesen Schritt nicht an. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen unabhängigen Staat.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Jerusalem: Blutige Proteste wegen Jerusalem


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.