kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Barak macht Arafat verantwortlich: Bombenanschlag in Hadera: Zwei Tote und 30 Verletzte

zuletzt aktualisiert: 22.11.2000 - 20:53

Hadera (AP). In Nordisrael sind beim zweiten Bombenanschlag auf einen israelischen Bus in dieser Woche mindestens zwei Menschen getötet und rund 30 verletzt worden. Der Sprengsatz wurde am Mittwoch in der nordisraelischen Stadt Hadera im abendlichen Berufsverkehr gezündet. Ministerpräsident Ehud Barak verurteilte den neuerlichen Anschlag als Barbarei und machte letztendlich den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat dafür verantwortlich. Zuvor hatten israelische Soldaten vier Palästinenser, darunter einen Kommandeur von Arafats Organisation El Fatah, erschossen.

Barak drohte in einer Erklärung zu dem Anschlag: "Der israelische Staat wird die Rechnungen mit den Tätern und jenen begleichen, die sie geschickt haben." Arafat habe in den vergangenen Wochen Dutzende Extremisten aus den Gefängnissen entlassen und seine Leute ermutigt, Israelis anzugreifen. Arafats Chefberater Tajeb Abdel Rahim wies Baraks Vorwürfe zurück. Der Ministerpräsident wolle damit nur die Angriffe auf Palästinenser rechtfertigen. Barak berief sein Sicherheitskabinett zu einer Krisensitzung ein.

Rauch stieg über den Geschäftsstraßen von Hadera auf. Ein Augenzeuge sagte, er habe nach der Explosion Menschen mit abgerissenen Gliedmaßen gesehen. Der Bus habe gerade den Busbahnhof verlassen und habe ein Auto passiert, als die Bombe explodierte. Der Direktor des Hillel-Jaffe-Krankenhauses, Meir Oren, sagte, in sein Haus seien zwei Tote und vier Schwerverletzte gebracht worden. Die Zahl der Verletzten schätzte er auf rund 30. Hadera liegt 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv.

Im Gazastreifen eröffneten Stunden zuvor israelische Soldaten das Feuer auf zwei Autos. Ein israelischer Militärsprecher sagte, beim Versuch der Festnahme von Dschamal Abdek Rasek habe dessen Auto versucht, die Straßensperre nahe der jüdischen Siedlung Morag zu durchbrechen. Bei den anderen Toten handle es sich um Mitglieder der mit der Fatah verbündeten Tansim-Miliz. Israel machte Abdek Rasek für zahlreiche Schießereien und Anschläge der vergangenen Wochen verantwortlich. Der palästinensische Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, warf Israel vor, einen "barbarischen Mordanschlag" verübt zu haben.

Arafat: Dauerhafte Friedenslösung bleibt das Ziel

Die jüngste Eskalation der Gewalt im Gazastreifen begann Anfang der Woche mit einem Bombenanschlag auf einen israelischen Schulbus. Dabei wurden zwei erwachsene Begleiter getötet. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin Angriffe auf Ortschaften im Gazastreifen. Am Dienstag wurde dann ein 18-jähriger Bewohner einer jüdischen Siedlung erschossen. Mit Panzersperren wurde der Gazastreifen am Mittwoch faktisch in zwei Hälften geteilt. Kettenfahrzeuge und Schützenpanzer bezogen nach Angaben eines Militärsprechers Stellung und hinderten Palästinenser daran, vom Norden in den Süden des Gazastreifens zu gelangen.

In Kairo sagte Arafat, er wolle einen Frieden, der die Rechte seines Volkes schütze. Die israelischen Angriffe änderten nichts an dem grundsätzlichen Ziel der Palästinenser, eine dauerhafte Friedenslösung herbeizuführen. Den blutigen Unruhen im Westjordanland und im Gazastreifen fielen seit dem 28. September mehr als 240 Menschen zum Opfer, die meisten von ihnen Palästinenser.

Zehntausende rechtsorientierter Israelis demonstrieren in Jerusalem

Zehntausende rechtsorientierter Israelis haben am Mittwochabend in Jerusalem gegen die Politik der Regierung Ehud Baraks demonstriert. Unter dem Eindruck des Bombenanschlags in Hadera, bei dem mindestens zwei Menschen getötet und 36 weitere verletzt wurden, rief der israelische Oppositionsführer Ariel Scharon der Menge zu: "(Palästinenserpräsident Jassir) Arafat ist kein Partner, er ist ein grausamer Feind!" Die Friedensverträge mit den Palästinensern seien "nicht mehr existent", sagte Scharon. Er forderte ein noch härteres Vorgehen gegen die Autonomiebehörde. Aufgebrachte Demonstranten forderten auf dem Zion-Platz im Stadtzentrum, Barak müsse zurücktreten. Auf Spruchbändern stand unter anderem: "Lasst die israelische Armee siegen!"

USA rufen Israelis und Palästinenser zur Beendigung der Gewalt auf

Die USA haben Israelis und Palästinenser nach dem Bombenanschlag in Hadera erneut aufgerufen, alles zur Beendigung der Gewalt zu tun. Es habe auf beiden Seiten "bei weitem viel zu viel" Leid gegeben, sagte Außenministerin Madeleine Albright am Mittwoch in Washington. Um die Spirale der Gewalt zu unterbrechen, könnten Israelis und Palästinenser nicht darauf warten, dass die jeweils andere Seite den ersten Schritt unternehme. Beide müssten handeln.

Albright appellierte an die Palästinenser, alle Schießereien einzustellen, Pufferzonen zu schaffen und sich jeglicher Anstachelung zur Gewalt zu enthalten. Die Israelis müssten ihre Kräfte auf die Positionen zurückziehen, die sie vor der Eskalation inne gehabt hätten, diese Kräfte zur Mäßigung anhalten und die wirtschaftlichen Restriktionen gegenüber den Palästinensern aufheben.

Quelle: RPO Archiv

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Der Iran hat nach Informationen der IAEA in einer verdächtigen militärischen Versuchsanlage Spuren verwischt. mehr 

Salafisten, Rocker und Fußball-Chaoten im Visier

Innenministerkonferenz

Salafisten, Rocker und Fußball-Chaoten im Visier

Die Innenminister und -senatoren sind in Göhren-Lebbin zu ihrer Frühjahrskonferenz zusammengekommen. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Neue Vorwürfe im Atomstreit

IAEA: Iran hat Spuren verwischt

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Ägyptens Ex-Präsident

Mubarak spottet über Politiker

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Politik ist langweilig? Vergessen Sie's!

reichstag berlin kuppel DDP 2005-0801

Politik ist Drama, Komödie und gelegentlich großes Kino. Aus Berlin schauen unsere Korrespondenten auf das Geschehen.

Top-Services