1,5 Millionen Laster in 1999: Brenner beliebtester Alpenpass
zuletzt aktualisiert: 23.06.2000 - 12:34Innsbruck (dpa). Viele Nord-Süd-Transitrouten durchqueren die Alpen, doch die Strecke über den Brennerpass zwischen Österreich und Italien ist die kürzeste und beliebteste. Nicht nur der Personenverkehr hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen; auch der Schwerverkehr auf der Brennerautobahn (A 13) zwischen Innsbruck, Bozen und Verona mit Abzweigen nach Mailand und Rom stellte in den vergangenen Jahren immer wieder Rekorde auf.
1997 rauschten schon 1,2 Millionen Lastwagen über diese Strecke, 50 Prozent mehr als nur sieben Jahre zuvor. Im vergangenen Jahr wurde wieder ein Rekord aufgestellt: Rund 1,5 Millionen Laster fuhren über die mautpflichtige Strecke durch das enge Tal, mehr als elf Millionen Autos nutzten die 1974 gebaute Autobahn. Die Betreibergesellschaft, die Alpenstraßen AG, setzte 1999 umgerechnet mehr als 300 Millionen Mark um.
Eine seit Jahrzehnten geplante Ausweichroute, die so genannte Alemagna-Autobahn vom norditalienischen Venetien durch das österreichische Osttirol nach Bayern, lässt auf sich warten. Während Deutschland und Italien dafür eintreten und Teilstrecken schon errichtet sind, sind österreichische Politiker strikt dagegen. Und eine immer wieder ins Spiel gebrachte dritte Fahrspur für die Brennerautobahn ist angesichts der schon bestehenden Umweltbelastungen nicht denkbar.
Als Ausweichstrecke dient bislang die österreichische Tauernautobahn (A 10) zwischen München, Salzburg, Villach und Udine. Doch auch hier hat die Belastung nach Darstellung der leidgeprüften Anwohner jedes Maß schon überschritten. Die Phyrn-Autobahn (A 9) zwischen Passau und Graz ins kroatische Zagreb hat wegen der Unruhen in den Balkanländern nur geringe Bedeutung. Für die Fahrt von Süddeutschland nach Norditalien ist der Umweg auch zu groß.
Es bleibt die Ausweichroute über Liechtenstein und die Schweiz nach Mailand (N 13), die allerdings nicht durchgehend ausgebaut ist. Die ebenfalls nicht durchgehende Autobahn zwischen Genf über das Aosta-Tal nach Turin (E 25) stellt für den deutschen Verkehr ebenfalls einen zu großen Umweg dar. Als echte Alternative bleibt nur die Autobahnverbindung Basel-Luzern-St. Gotthard bis zur Grenze nach Chiasso und weiter nach Mailand (E 35).
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