Geiseldrama: Täter hatte Ermordung der Freundin geplant: Brief des Täters kam mit der Post
zuletzt aktualisiert: 01.02.2000Aschaffenburg (dpa). Der Aschaffenburger "Geiselnehmer" hat nach neuesten Kripo-Erkenntnissen die Tötung seiner Ex-Freundin und seinen Selbstmord offenbar schon länger im Voraus geplant.
Wie Polizeidirektion und Staatsanwaltschaft Aschaffenburg am Dienstag mitteilten, erhielt die Kripo am Montag einen handschriftlichen Abschiedsbrief des Täters. Der Brief war am Tattag abgeschickt worden. Darin habe der Mann angedeutet, die Frau und sich selbst umbringen zu wollen. Der 41 Jahre alte Mann hatte am vergangenen Freitag zuerst einen Polizisten, dann seine frühere Freundin und schließlich sich selbst erschossen.
Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hat der 41-Jährige seine frühere Freundin in deren Wohnung mit einer Pistole bedroht. Nachbarn machten die Polizei auf den Streit aufmerksam. Während die Polizisten sich dem Haus näherten, schoss der Mann ohne Vorwarnung auf die Beamten. Einer von ihnen wurde von acht Schüssen tödlich getroffen. Die Frau wurde kurz darauf drei bis vier Mal aus nächster Nähe in den Rücken geschossen. Der Täter verbarrikadierte sich danach in einem fremden Appartement.
Nach dem Sturm der Wohnung fand ein Sonderkommando der Polizei den 41-Jährigen tot auf: Er hatte sich in den Kopf geschossen. Als Motiv der Tat nennen die Ermittler die Trennung von der 23 Jahre alten Freundin.
Mehr dazu:Das Drama vom 28. Januar 2000
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