Belastung für Unternehmen: Brüderle warnt vor "unnötigen" Klimaauflagen
zuletzt aktualisiert: 21.11.2009 - 10:13Berlin (RPO). Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnt davor, die deutschen Unternehmen in der Wirtschaftskrise mit neuen Klimaauflagen zu belasten. "Deutschland ist wirtschaftlich noch nicht über den Berg", sagte Brüderle in einem Interview.
"Daher ist es entscheidend, dass Klimaschutz keine unnötigen Belastungen für unsere Arbeitsplätze bewirkt. Belastungen für unsere Arbeitsplätze wären nicht vermittelbar", sagte der Bundeswirtschaftsminister dem "Hamburger Abendblatt" (Samstagausgabe).
Der Weltklimagipfel in Kopenhagen werde "eine schwierige Veranstaltung", sagte Brüderle voraus. Klimaschutz dürfe "nicht nur Sache der Europäer sein". Der Wirtschaftsminister fügte hinzu, Klimaschutz sei eine große Wachstumschance, "wenn er richtig gemacht wird, das heißt, wenn er nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führt".
Der Zukunftsforscher Rolf Kreibich reagierte mit scharfer Kritik auf Brüderles Aussagen. Mit der Haltung, der Klimaschutz könne die Wirtschaft belasten, sei der Minister "total hinterm Mond", sagte Kreibich im Deutschlandradio Kultur. Der Klimawandel sei "eine der allergrößten Herausforderungen zusammen mit der Vernichtung von Tier- und Pflanzenarten und natürlich auch anderer Herausforderungen wie der Zerstörung von Ökosystemen". Die deutsche Wirtschaft sei nicht zukunftsfähig, wenn auf diesem Gebiet nicht alle Kräfte mobilisiert würden.
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