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Beide sind geständig: Buchenwald: Zwei Neonazis haben KZ-Gedenkstätte geschändet

zuletzt aktualisiert: 10.10.2000 - 14:47

Erfurt/Weimar (dpa/ap). Die jüngste Schändung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald geht auf das Konto zweier junger Rechtsextremisten aus Thüringen.

Ein 20-Jähriger aus dem Kreis Weimarer Land und ein 22-Jähriger aus Sömmerda wurden bereits am Sonntag festgenommen worden, teilte Landesinnenminister Christian Köckert (CDU) am Dienstag in Erfurt mit. Die beiden hätten die Taten gestanden. Ein Zeuge aus der rechten Szene habe den entscheidenden Tipp gegeben.

Die Staatsanwaltschaft will voraussichtlich im beschleunigten Verfahren noch in dieser Woche Anklage wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole erheben. Die Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Täter sind aufgehoben, die Neonazis wieder auf freiem Fuß. Die Rechtsextremisten sind nicht vorbestraft.

Sie waren in Husum (Schleswig-Holstein) festgenommen worden, wo beide eine Ausbildung absolvieren. Insgesamt seien etwa 100 Polizisten an der Fahndung beteiligt gewesen, sagte die Chefin der Sonderkommission der Weimarer Kriminalpolizei, Heike Langguth. Der Hinweis auf die mutmaßlichen Täter sei von einem Neonazi gekommen, der wegen einer anderen rechtsextremistischen Straftat verhört wurde.

In der Gedenkstätte waren am Abend des 2. Oktober Pflastersteine in ein Fenster geworfen worden. Außerdem wurden Gedenktafeln, ein Holzschild und eine Bushaltestelle mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Schändung des früheren NS-Konzentrationslagers löste landesweit Empörung aus. Mit Mahnwachen und Kundgebungen wurde gegen den Rechtsextremismus protestiert.

Es war bereits der vierte rechtsextremistische Anschlag in diesem Jahr in Thüringen: Zuvor waren die Erfurter Synagoge mit Molotow- Cocktails angegriffen, eine Moschee in Gera beschädigt und ein Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach verübt worden.

Die Gedenkstätte Buchenwald in unmittelbarer Nähe zur Klassikerstadt Weimar war schon einmal im Sommer 1998 geschändet worden. Die Nationalsozialisten hatten in dem Konzentrationslager 56 000 Menschen aus ganz Europa ermordet.

Quelle: RPO Archiv

 
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