Überraschende Friedens-Zeremonie: Bürgerkrieg in Elfenbeinküste beendet
zuletzt aktualisiert: 06.07.2003 - 12:03Nairobi/Abidjan (rpo). Der Konflikt im westafrikanischen Land Elfenbeinküste scheint beendet. Zehn Monate nach Beginn des Bürgerkrieges haben Regierung und Rebellen den Streit beigelegt.
Der Präsident, Kommandeure der Regierungsarmee und Rebellenführer hielten in der Nacht zum Samstag eine symbolische Zeremonie ab. Dabei übergaben die Rebellen Staatschef Laurent Gbagbo ein Kalaschnikow-Gewehr als Zeichen der Bereitschaft, ihre Waffen niederzulegen. Er sei "der glücklichste Mensch", sagte Gbagbo nach der Zeremonie.
Die Veranstaltung überraschte politische Beobachter. Erst vor wenigen Tagen hatten die Rebellen in dem von ihnen kontrollierten Gebiet nördlich der Stadt Bouaké den Ausnahmezustand erklärt und ihre Entwaffnung in Frage gestellt. Als Begründung gaben sie an, es habe einen Mordanschlag auf einen ihrer Minister gegeben.
UN-Beobachter und Friedenstruppen aus Frankreich sind in dem westafrikanischen Staat Elfenbeinküste im Einsatz, um über die Umsetzung des Friedensabkommens vom vergangenen Januar zu wachen. Nach langem Widerstand hatten Rebellenvertreter im April an der ersten Sitzung der Übergangsregierung der Nationalen Versöhnung unter Präsident Gbagbo in Abidjan teilgenommen. Sie haben in der Regierung neun Ministerposten.
Die Rebellen hatten im September 2002 einen Aufstand gegen Gbagbos Regierung begonnen. Bei den Kämpfen sind Tausende von Menschen ums Leben gekommen.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

