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Hasenhüttl legt Beschwerde ein: Bundespräsident kritisiert Priester-Suspendierung

zuletzt aktualisiert: 18.07.2003 - 14:07

Trier (rpo). Der Saarbrücker Priester Gotthold Hasenhüttl (69) hat beim Trierer Bischof Reinhard Marx Beschwerde gegen seine vorläufige Amtsenthebung eingelegt.

Trotzdem sei die Suspension vom Dienst wegen einer gemeinsamen Abendmahlfeir mit Protestanten im Moment gültig, sagte ein Sprecher der Diözese am Freitag.

Hasenhüttl kündigte Beschwerde beim Heiligen Stuhl in Rom an, sollte Marx seine Entscheidung nicht zurücknehmen. Über eine Reaktion des Bischofs auf Hasenhüttls Forderung war zunächst nichts bekannt.

Rau kritisiert Suspendierung

Bundespräsident Johannes Rau hat die vorläufige Amtsenthebung des Saarbrücker Priesters Gotthold Hasenhüttl (69) durch den katholischen Bischof von Trier, Reinhard Marx, kritisiert. "Der ökumenische Kirchentag war gerade von den jungen Leuten her ein Zeichen dafür, dass sich Institutionen verändern", sagte Rau am Freitag in Berlin im Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin Direkt". "Um so schrecklicher ist für mich die Maßregelung eines Priesters, die ich als evangelischer Christ nicht verstehen kann, ohne da der katholischen Kirche ins Wort fallen zu wollen."    

Rau sagte: "Aber es gibt eine Bewegung vorwärts, nicht nur den Rückgriff auf bewährte Traditionen." Zuvor hatte er zu Reformbereitschaft aufgerufen: "Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Verbände sind nicht abgeschottete Kasten. Die müssen sich reformieren, aber die müssen auch angekratzt werden, die müssen auch angegriffen werden von den jungen Leuten. Damit die sich nicht einfach in Protestbewegungen um sich selber drehen.

"Verstoß gegen die Grundordnung der Kirche"

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat die vorläufige Amtsenthebung Hasenhüttls mit einem "Verstoß gegen die Grundordnung der Kirche" begründet. Der Trierer Bischof Reinhard Marx habe deshalb keine andere Wahl gehabt, als Gotthold zu suspendieren, sagte Meisner nach einer am Freitag in Köln veröffentlichten Erklärung.

"Mit dem Gottesdienst in der Berliner Gethsemane-Kirche hat Professor Hasenhüttl bewusst und provozierend die kirchliche Ordnung verletzt, den ökumenischen Bemühungen in Deutschland geschadet und das auf dem Weg zur Einheit bereits Erreichte gefährdet", sagte Meisner.


 
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