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Bundeswehr-Affäre
Von der Leyen im politischen Mehrfrontenkrieg

Von der Leyen besucht Kaserne Illkirch
Von der Leyen besucht Kaserne Illkirch FOTO: dpa, pse fpt
Meinung | Berlin. Ursula von der Leyen stand im Laufe ihrer Karriere schon mehrfach in der Kritik. Bislang hat sich sich immer weitgehend unbeschadet aus der Affäre ziehen können. Aktuell kämpft sie aber an mehreren Fronten - und das ist gefährlich. Von Eva Quadbeck

Mit dem Rücken zur Wand stand von der Leyen schon mehrfach in ihrer Karriere als Ministerin. In ihren Ressorts erst für Familie, dann für Arbeit und nun für Verteidigung gab es immer diese von enormer öffentlicher Aufmerksamkeit begleiteten von-der-Leyen-Momente, in denen sie einen Tunnelblick bekam, unbedingt etwas durchsetzen wollte und sich plötzlich im Hagel der Kritik sah: Kita-Plätze, Bildungskarte, Frauenquote,  Ausmusterung des G36. Auch die Tage, in denen sie als Bundespräsidentin gehandelt wurde, sind ein solcher Moment.

Sie hat nicht alle Schlachten gewonnen, ist aber stets weitgehend unbeschadet herausgekommen. Bislang. Nun aber hat sie sich nicht mit der eigenen Partei oder dem Koalitionspartner angelegt. Sie hat die Truppe gegen sich aufgebracht und das ist gefährlich.

Ihre bisherige Bilanz als Verteidigungsministerin ist sauber, daher kann sie im Skandal  um Franco A. auf Kredit zählen. Insbesondere die Union, die von der Leyen auch schon oft genug verärgert hat, versammelt sich hinter ihr. Die Rückendeckung braucht die Ministerin dringend. Denn politisch gesehen hat von der Leyen mit ihrem Vorstoß gegen die Missstände  in der Truppe eine Art Mehrfronten-Krieg angezettelt.

Sie steht nun in der Kritik der Soldaten, des Koalitionspartners SPD  und der Opposition. Zugleich hat  sie diejenigen auf den Plan gerufen, die aus ideologischen Gründen die Bundeswehr grundsätzlich ablehnen. Es wird nicht leicht werden, den Pfropfen wieder auf die Flasche zu bekommen.

 
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