Alternativen ohne Strahlung: Bundeswehrverband will Verbot von Uran-Munition
zuletzt aktualisiert: 08.01.2001 - 10:28Berlin (dpa). Der Bundeswehrverband hat sich für ein Verbot von Uran-Munition ausgesprochen. Im ZDF-Morgenmagazin betonte der Verbandsvorsitzende, Oberst Bernhard Gertz, am Montag, dass es Alternativen ohne Strahlung gebe, die als panzerbrechende Geschosse eingesetzt werden könnten.
«Da die Vereinigten Staaten die einzige Nation gewesen sind, die diese Munition im Kosovo-Luftkrieg verwendet hat, sollte es in der Tat möglich sein, gemeinsam so viel Druck auf die USA auszuüben, dass sie diese Munition nicht mehr verwendet.» Die NATO will sich an diesem Dienstag mit den Gefahren der Uran-Munition befassen.
Gertz wollte zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Restrisiko für Soldaten und Zivilbevölkerung nach dem Einsatz von Uran-Munition nicht ganz ausschließen. Für ein endgültiges Urteil müssten erst die Abschlussberichte der Expertenkommission der Vereinten Nationen und eines eigens von Verteidigungsminister Rudolf Scharping beauftragten Instituts vorliegen.
Er wies darauf hin, dass bisher der statistische Mittelwert von Leukämieerkrankungen in jedem Geburtsjahrgang bei der Bundeswehr nicht überschritten worden sei. Für viel aussagekräftiger hielt Gertz eine signifikante Häufung von Nierenschäden, weil Nierenversagen nach der Inhalation von radioaktiven Schwermetallstaub der erste Indikator für eine Krankheit sei.
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