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Demonstrationen beim Klimagipfel: Bunte Transparente gegen die USA

zuletzt aktualisiert: 19.07.2001 - 15:33

Bonn (rpo). Über 2.000 Demonstranten begleiteten die Eröffnung des Welt-Klima-Gipfels am Donnerstag. Die Protestaktionen verliefen bislang frieldich, so ein Sprecher der Bonner Polizei.

Auf dem Münsterplatz feierten rund 1000 Globalisierungsgegner eine friedliche Beach-Party. Doppelt so viele Polizisten behielten die fantasievollen Aktionen der Organisation "rinsingtide" im Auge. "Es gibt keine konkreten Hinweise auf Ausschreitungen, wie sie im Internet angekündigt wurden", betonte Polizeisprecher Harry Kolbe. Mit Trommeln und bunten Kostümen verwirklichten die Aktionisten das Motto ihrer Beach-Party, "Die Straße gehört uns".

Mehr als 1000 Waldbesitzer zogen mit zwei Pferden ein Holzhaus durch die Stadt. Die Waldbauern setzten sich für CO2-Reduktionen ein und verlangten auch einen zentralen Platz der Forstwirtschaft in der Klima- und Umweltpolitik. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände forderte unter dem Slogan "Holzhaus statt Treibhaus" die Akteure der UN-Klimakonferenz auf, die Rolle der nachhaltigen Forstwirtschaft und die Leistungen der Waldbesitzer in das Abschlussprotokoll der Konferenz aufzunehmen. Zudem überreichten sie den Konferenzteilnehmern einen Zehn-Punkte-Maßnahmekatalog.

Auf Plakaten forderten die Globalisierungsgegner "Handeln statt Emissionshandel" und "Gerechtigkeit im Klimaschutz". "risingtide"- Sprecher Till Winkelmann sagte, von einer Übernahme von Verantwortung sei bei den Konferenzteilnehmern "nichts zu spüren." Im Fokus der Kritik stand die Haltung der USA: "Die Unterstützung für Bush im Wahlkampf hat sich für die Energieunternehmen gelohnt", sagte Winkelmann.

Nach Worten der umweltpolitische Sprecherin der PDS, Eva Bulling- Schröter, nimmt das Gezerre um das Kyoto-Protokoll "immer bizarrere Formen an." Doch nur auf die USA einzuprügeln, greife zu kurz, sagte sie. "Auch die Bundesrepublik ist kein Musterländle." Ohne zusätzliche Ausgaben werde Deutschland das selbstgesteckte Klimaziel nicht erreichen. Die PDS werde dem Kyoto-Prozess nur dann zustimmen, "wenn Schlupflöcher geschlossen werden."

Quelle: RPO Archiv

 
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