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Rumsfeld: "Einstimmigkeit weniger wichtig": Bush kann Saudis nicht überzeugen

zuletzt aktualisiert: 29.08.2002 - 10:22

Crawford/London (rpo). US-Verteidigungsminister Rumsfeld meinte zur europäischen Haltung zu den Irak-Plänen: "Einstimmigkeit ist weniger wichtig als die richtige Entscheidung zu treffen." Und US-Präsident George W. Bush hat erneut bekräftigt, dass die Welt und der Nahe Osten ohne den irakischen Diktator Saddam Hussein sicherer wären.

Gleichzeitig machte Bush in einem Gespräch mit dem saudischen Botschafter Prinz Bandar in Crawford (Texas) klar, dass er noch keine Entscheidung über sein Vorgehen getroffen habe. Bush gelang es jedoch nicht, die Saudis für eine Militäraktion zu gewinnen. Adel al-Jubeir, außenpolitischer Berater des saudischen Kronprinzen Abdullah Ibn Abdelasis, betonte nach dem Treffen: "Mir ist kein anderes Land bekannt, dass einen Militärschlag derzeit unterstützt."

Bei dem rund einstündigen Gespräch auf der Ferienranch des US- Präsidenten ging es auch um die Bemühungen um einen Nahostfrieden, den Krieg gegen den Terrorismus und die in letzter Zeit von Missklängen begleiteten bilateralen Beziehungen. Anwesend war auch die nationale US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice.

Al-Jubeir sagte, es bestehe Einverständnis darin, dass Saddam eine Bedrohung darstelle. Doch die diplomatischen Bemühungen sollten weitergehen, weil Gründe für einen Krieg nicht überzeugend dargelegt und alle Konsequenzen nicht durchdacht worden seien. Wenn die internationalen Waffenkontrolleure in den Irak zurückkehren könnten, "können wir unsere ziele erreichen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern und ein einziges Menschenleben zu verlieren".

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zeigte sich am Dienstag vor US-Truppen in Camp Pendleton (Kalifornien) davon überzeugt, dass andere Staaten sich nach einer sorgfältigen Erörterung den USA anschließen würden. "Führerschaft in die richtige Richtung findet Anhänger, so wie die Führerschaft der USA im globalen Krieg gegen den Terror die Unterstützung von rund 90 Ländern gefunden hat."

Die britische Regierung bestritt am Mittwoch Berichte über eine unterschiedliche Haltung von London und Washington zu einem möglichen Angriff auf den Irak. Premierminister Tony Blair und Präsident Bush sind sich nach den Worten eines Regierungssprechers "hundertprozentig einig" darüber, dass "man das Problem von Massenvernichtungswaffen (des Iraks) lösen muss". Großbritannien sei nach wie vor davon überzeugt, dass Saddam Hussein die Krise beenden könne, wenn er UN- Waffeninspekteure die ungehinderte Arbeit im Land erlaubt, sagte der Sprecher in London. Mit dieser Auffassung steht Großbritannien jedoch im Gegensatz zu den USA.

In einer Rede vor einem Veteranenverband in Nashville (Tennessee) hatte US-Vizepräsident Richard Cheney am Montag (Ortszeit) das bisher stärkste Plädoyer für eine bewaffnete Intervention gehalten. Der Vizepräsident gab zu verstehen, dass eine etwaige Rückkehr der UN- Waffeninspekteure nach Bagdad seiner Auffassung nach keine Lösung darstellt. Es gebe keine Sicherheit, dass Saddam sich an die UN- Resolutionen halte.

Der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Negroponte, sagte in New York, die USA hätten weiterhin Interesse an einem "vollen und bedingungslosen Zugang" für die Inspekteure. Das Verhalten des Irak in der Vergangenheit sei allerdings nicht ermutigend.

Quelle: RPO Archiv

 
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